Verbraucher blicken pessimistisch auf 2026

19. Dezember 2025
2 min gelesen

Verbraucher blicken pessimistisch auf 2026

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaftliche Trends in Nürnberg 2025

() – Die Verbraucherstimmung in hat sich zum Jahresende 2025 wieder eingetrübt. Laut der am Freitag von der GfK veröffentlichten Analyse ist der Ausblick für das Jahr 2026 enttäuschend.

Während die Konjunkturerwartung stagniert, müssen sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung Verluste hinnehmen. Da zudem die Sparneigung spürbar zulegt, prognostiziert der Konsumklima-Indikator für den ersten Monat des kommenden Jahres im Vergleich zum Vormonat (revidiert -23,4 Punkte) einen deutlichen Rückgang von 3,5 Zählern auf -26,9 Punkte.

Neben den starken Verlusten der Einkommenserwartung ist in diesem Monat vor allem auch der deutliche Anstieg der Sparneigung um fünf Zähler auf 18,7 Punkte für das Abrutschen des Konsumklimas verantwortlich. Ein niedrigerer Wert für das Konsumklima wurde zuletzt im April 2024 (-27,3 Punkte) gemessen.

„Bemerkenswert in diesem Monat ist, dass die Sparneigung auf den höchsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise geklettert ist“, sagte Rolf Bürkl vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), das an der Analyse beteiligt ist. „Im Juni 2008 wurde zuletzt mit 21,4 Punkten ein höherer Wert gemessen.“

Eine wieder stärkere Verunsicherung durch steigende Inflationsängste sowie die kontroversen Diskussionen um die Zukunft der Rentenversicherung hätten sicherlich zu diesem 17-Jahres-Hoch des Sparindikators beigetragen. „Dies sind keine positiven Nachrichten für den Endspurt im diesjährigen Weihnachtsgeschäft und ist zugleich auch als Fehlstart der Konsumstimmung in das Jahr 2026 zu sehen“, so Bürkl.

Auch zum Jahresende 2025 setzen die Einkommenserwartungen für die kommenden 12 Monate ihren klaren Abwärtstrend fort. Der Einkommensindikator sinkt zum dritten Mal in Folge. Nach einem deutlichen Minus von 6,8 Zählern rutscht er auf -6,9 Punkte. Ein schlechterer Wert wurde zuletzt vor knapp zwei Jahren, im Januar 2024, mit -20 Punkten registriert.

Ein möglicher Grund für den Rückgang sind die zuletzt wieder gestiegenen Inflationsängste der Bundesbürger. Analysen zeigen, dass Einkommensindikatoren stärker mit realen, also inflationsbereinigten Einkommensgrößen wie Nettolöhnen und -gehältern zusammenhängen als mit nominalen Einkommen. Entscheidend für das Konsumverhalten ist damit vor allem die von den Verbrauchern wahrgenommene Kaufkraft.

Im Sog sinkender Einkommensaussichten erleidet auch die Anschaffungsneigung in diesem Monat Einbußen. Nach zuvor zwei Anstiegen in Folge verliert der Indikator 1,5 Zähler und weist nun -7,5 Punkte auf. Auch die Jahresbilanz 2025 ist für die Anschaffungsbereitschaft enttäuschend: Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres verzeichnet sie ebenfalls ein Minus von gut zwei Zählern.

Dagegen zeigt sich die Konjunkturerwartung relativ robust und trotzt sowohl der fallenden Einkommenserwartung als auch der leicht rückläufigen Anschaffungsneigung. Der Indikator legt um 2,3 Zähler zu und steigt auf 1,2 Punkte. Damit setzt sich das Auf und Ab, das im Spätsommer dieses Jahres begann, auch zum Jahresende fort. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Konjunkturindikator mit +0,9 Punkten leicht positiv, was darauf hindeutet, dass die Deutschen derzeit im kommenden Jahr allenfalls von einer moderaten Erholung der Konjunktur ausgehen. Auch die Wirtschaftsexperten erwarten für 2026 ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent oder knapp darunter.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich zum Jahresende 2025 verschlechtert.
  • Einkommenserwartungen und Anschaffungsneigung sinken, Sparneigung steigt auf ein 17-Jahres-Hoch.
  • Konsumklima-Indikator fällt auf -26,9 Punkte, schlechtester Wert seit April 2024.

Warum ist das wichtig?

  • Verbrauchervertrauen sinkt, was auf eine mögliche wirtschaftliche Unsicherheit hindeutet.
  • Anstieg der Sparneigung könnte den Konsum negativ beeinflussen, insbesondere während der Weihnachtszeit.
  • Geringere Einkommenserwartungen belasten die Anschaffungsneigung und das Konsumklima insgesamt.

Wer ist betroffen?

  • Verbraucher in Deutschland
  • Menschen mit Einkommens- und Anschaffungsneigungen
  • Betroffene durch steigende Inflationsängste

Zahlen/Fakten?

  • Konsumklima-Indikator fällt um 3,5 Zähler auf -26,9 Punkte
  • Sparneigung steigt um fünf Zähler auf 18,7 Punkte, höchster Stand seit Finanzkrise
  • Einkommensindikator sinkt um 6,8 Zähler auf -6,9 Punkte

Wie geht’s weiter?

  • Starke Verunsicherung durch Inflationsängste kann Konsumklima weiter drücken
  • Sinkende Einkommenserwartungen könnten Anschaffungsneigung weiter beeinträchtigen
  • Mögliche moderate Erholung der Konjunktur im Jahr 2026, jedoch ohne gewissen Optimismus
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