Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Sicherheit im Persischen Golf: Militärische Optionen diskutiert
Hamburg () – Die Aussagen der Bundesregierung zu einem etwaigen Militäreinsatz zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf sind beim Verband der deutschen Reeder (VDR) mit gewissem Befremden registriert worden. Die G-7-Länder und damit auch Deutschland hätten „zuletzt betont, dass internationale Anstrengungen notwendig sind, um die sichere Passage ziviler Schiffe zu gewährleisten“, teilte der Verband dem „Spiegel“ mit.
Auch Deutschland sollte „alle Optionen prüfen, die zu einem wirksamen Schutz von Schiffen und Besatzungen beitragen können“, heißt es. „Ein bloßes Vertrauen darauf, dass es zu keinen Zwischenfällen kommt, kann angesichts der aktuellen Lage keine tragfähige Strategie sein.“
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte einem europäischen Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus am Freitag eine Absage erteilt. Er sehe nicht, „was europäische Fregatten dort unten noch ausrichten können“, sagte der SPD-Politiker am Rande einer Übung in Norwegen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) wiederum sagte mit Blick auf ein mögliches deutsches Engagement, es gebe im Augenblick gar „keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“. Der CDU-Chef sagte: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges und wir wollen es auch nicht werden.“
Die Staats- und Regierungschefs der G7 hatten sich am 11. März darauf verständigt, Maßnahmen zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Golfregion vorzubereiten und international koordinierte Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe zu prüfen. Derzeit sind mehr als 40 Schiffe mit deutschem Bezug in der Region unterwegs, wie der VDR unter Berufung auf die Deutsche Marine mitteilte.
An Bord arbeiten etwa 1.000 Seeleute. Insgesamt sitzen derzeit geschätzt mehr als 2.000 Schiffe im Persischen Golf fest, rund 20 davon wurden bereits attackiert, es gab Tote und Verletzte. Am frühen Donnerstagmorgen ist erstmals auch ein von einer deutschen Reederei verchartertes Schiff von Schrapnellen getroffen worden, ein Brand an Bord konnte gelöscht werden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Deutsches Kriegsschiff (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Verband der deutschen Reeder registriert Befremden über Bundesregierungsaussagen zu Militäreinsatz im Persischen Golf.
- Verteidigungsminister Pistorius erteilt europäischem Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus eine Absage.
- Mehr als 40 Schiffe mit deutschem Bezug sind derzeit in der Region,
etwa 1.000 Seeleute arbeiten an Bord.
Warum ist das wichtig?
- Notwendigkeit internationaler Anstrengungen für die Sicherheit von Handelsschiffen
- Besorgnis über mögliche Zwischenfälle und effektive Schutzmaßnahmen
- Aktuelle Bedrohungslage im Persischen Golf und deren Auswirkungen auf deutsche Schiffe
Wer ist betroffen?
- Verband der deutschen Reeder (VDR)
- Seeleute an Bord der Schiffe
- Schiffe mit deutschem Bezug in der Region
Zahlen/Fakten?
- 40 Schiffe mit deutschem Bezug in der Region
- Rund 2.000 Schiffe im Persischen Golf fest
- Etwa 1.000 Seeleute an Bord deutscher Schiffe
Wie geht’s weiter?
- Prüfung möglicher internationaler Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe im Persischen Golf
- Berücksichtigung eines Militäreinsatzes durch die Bundesregierung
- Fortsetzung des Dialogs unter den G-7-Staaten zur Gewährleistung der Schifffahrtssicherheit
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