Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Ungleichgewicht in Mietergesprächen in Berlin
Berlin () – Die Linke im Bundestag beklagt ein Ungleichgewicht bei Gesprächen der Bundesregierung mit Vertretern der Immobilienbranche im Verhältnis zu Vertretern von Mieterinteressen.
Wie aus der Antwort aus dem Bundesjustizministerium auf eine schriftliche Frage hervorgeht, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben) berichten, haben Vertreter der jetzigen Bundesregierung, also etwa Minister oder Staatssekretäre, seit Amtsantritt am 6. Mai 47 Gespräche mit der Immobilienbranche geführt.
Im selben Zeitraum sind demnach lediglich zwölf Gespräche mit Vertretern der Mieter geführt worden. Im Bundesbauministerium wurden demnach 26 Gespräche mit Vertretern aus der Immobilienbranche geführt und acht Gespräche mit Vertretern von Mietern. Im Kanzleramt wurden der Antwort zufolge noch keine Mietervertreter vorstellig, dafür aber dreimal Vertreter der Immobilienbranche.
Auch im Bundesfinanzministerium (8 Treffen mit Immobilienbranchenvertretern), Bundeswirtschaftsministerium (5) und Bundesarbeitsministerium (1) ist es demnach zu Treffen mit der Immobilienbranche, nicht aber mit Mietervertretern gekommen. Im Bundesumweltministerium wurde die Mietlobby einmal vorstellig, die Immobilienlobby zweimal.
Nur in einem Ministerium waren demnach Interessenvertreter von Mietern häufiger zu Gast als ihre Kollegen aus der Immobilienbranche: Im Bundesjustizministerium gab es drei Treffen mit Mietervertreter und nur zwei Treffen mit Vertretern der Immobilienbranche. Das Haus von Bundesjustizministerin Stephanie Hubig (SPD) arbeitet derzeit an einer Verschärfung des Mietrechts.
Caren Lay, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, die die Daten abgefragt hatte, sagte den Funke-Zeitungen: „Vier Mal mehr Gespräche der Bundesregierung mit der Immobilienlobby als mit Vertretungen von Mieterinnen und Mietern zeigen: Die Merz-Regierung hat deutlich offenere Ohren für die Immobilienlobby, als für Mieterinnen und Mieter.“ Lay kritisierte das Bundesarbeitsministerium dafür, dass es mit der Bürgergeldreform tiefgreifende Einschnitte für Mietende plane, aber keine Gespräche mit Mieter-Vertretern führe.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Friedrich Merz am 17.12.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Die Linke im Bundestag beklagt ungleiche Gespräche zwischen der Bundesregierung und der Immobilienbranche im Vergleich zu Mietervertretern.
- Seit dem 6. Mai hat die Bundesregierung 47 Gespräche mit der Immobilienbranche und nur 12 mit Mietervertretern geführt.
- Caren Lay kritisiert die Bundesregierung für die mangelnde Einbeziehung von Mieterinteressen bei wichtigen Reformen.
Warum ist das wichtig?
- Ungleichgewicht in der Interessenvertretung zwischen Immobilienbranche und Mietern
- Potenzielle Auswirkungen auf Mietrecht und Mietpreise durch fehlende Mietervertretung
- Politische Verantwortung der Regierung für transparente und faire Wohnpolitik
Wer ist betroffen?
- Vertreter der Immobilienbranche
- Mietervertreter
- Regierung der Bundesrepublik Deutschland
Zahlen/Fakten?
- 47 Gespräche mit der Immobilienbranche seit 6. Mai
- 12 Gespräche mit Mietvertretern im gleichen Zeitraum
- 3 Treffen im Bundesjustizministerium mit Mietervertretern, 2 mit Immobilienvertretern
Wie geht’s weiter?
- Weitere Gespräche mit Mietervertretern anstreben
- Erhöhung der Gespräche mit der Bundesregierung fordern
- Mietrechtsverschärfungen weiter verfolgen
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