Lieferando entlässt 1.500 Kuriere

28. November 2025
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Lieferando entlässt 1.500 Kuriere

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaft: Entlassungen bei Lieferando in Berlin

() – Der Lieferdienst Lieferando hat seine im Juli angekündigten Entlassungspläne eingegrenzt.

Durch die Nicht-Nachbesetzung offener Stellen seien noch knapp 1.500 Kuriere von Kündigungen betroffen, sagte Lennard Neubauer, Geschäftsführer von Lieferandos Marktplatz, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Dabei hat auch die normale Fluktuation vom Sommer in den Winter geholfen.“

Im Juli hatte Lieferando angekündigt, fünf Prozent der Auslieferungen an Drittunternehmen auszulagern und deshalb ab Ende des Jahres bis zu 2.000 seiner festangestellten Kuriere zu entlassen. Das hätte einer Reduzierung der Flottengröße um 20 Prozent entsprochen.

Jetzt betreffen die Entlassungen 15 Prozent der Fahrer. Davon sei die Hälfte als Werkstudent, Mini- oder Midi-Jobber beschäftigt, sagte Neubauer. Die konzerneigene Logistikgesellschaft Takeaway Express hat mit ihrem Gesamtbetriebsrat einen Sozialplan für die 1.500 betroffenen Beschäftigten beschlossen: Diese erhalten ein volles Monatsgehalt je Beschäftigungsjahr sowie 600 Euro für Fortbildungen als Abfindung. Das Paket gilt auch für die Nicht-Vollzeitangestellten.

Der Gesamtbetriebsrat kritisiert das Vorgehen Lieferandos scharf. Das Unternehmen habe nie ernsthaftes Interesse an Verhandlungen gezeigt und angeforderte Informationen bis zum Ende nicht geliefert, sagte Gesamtbetriebsratsmitglied Tobias Horoschko der FAZ. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisiert, Lieferando kündige festangestellte Mitarbeiter, die dann von Subunternehmen zu schlechteren Konditionen wieder angestellt würden. In den vergangenen Monaten hat sie die Kuriere mehrfach zu Streiks aufgerufen.

Parallel zu den Gesprächen mit dem Betriebsrat hat Lieferando schon begonnen, lokale Logistikanbieter einzusetzen. Lieferando-Geschäftsführer Neubauer zieht ein positives erstes Resümee. „Bundesweit sind deutlich mehr Touren gebündelt, die Distanzen und Zustellzeiten sind schon um zehn Prozent kürzer“, sagte er. Der Anteil pünktlich ausgelieferter Bestellungen sei in den stärker fokussierten Gebieten auf 85 Prozent gestiegen, entsprechend hätten sich auch die Kundenbewertungen deutlich verbessert. „Jetzt haben wir endlich wieder spürbares Wachstum im Lieferservice.“

Weitere Verlagerungen an Dienstleister will Neubauer langfristig nicht ausschließen, geplant sei das aber nicht. „Wir wollen das Beste aus beiden Welten verbinden“, sagte er. In nachfragestarken Gebieten könne die Logistik der Muttergesellschaft durchaus ihre Stärken ausspielen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Lieferando-Fahrrad (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Lieferando hat Entlassungspläne eingegrenzt, betroffen sind jetzt 1.500 Kuriere.
  • Ein Sozialplan wurde beschlossen: Abfindung von einem Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr sowie 600 Euro für Fortbildungen.
  • Kritiken von Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaften wegen Kündigungen festangestellter Mitarbeiter.

Warum ist das wichtig?

  • Reduzierung der Mitarbeiterzahl hilft, Kosten zu senken und Effizienz zu steigern.
  • Sozialplan bietet betroffenen Mitarbeitern eine Abfindung und Fortbildungsmöglichkeiten, was soziale Verantwortung signalisiert.
  • Positive Entwicklung der Lieferzeiten und Kundenbewertungen zeigt, dass Maßnahmen die Servicequalität verbessern können.

Wer ist betroffen?

  • 1.500 Kuriere
  • Halb davon Werkstudenten, Mini- oder Midi-Jobber
  • Festangestellte Mitarbeiter

Zahlen/Fakten?

  • 1.500 Kuriere von Kündigungen betroffen
  • 15% der Fahrer von Entlassungen betroffen
  • 600 Euro für Fortbildungen als Abfindung pro Beschäftigungsjahr

Wie geht’s weiter?

  • Weitere Entlassungen sind nicht geplant, aber zukünftige Verlagerungen an Dienstleister sind möglich.
  • Insgesamt 1.500 Kuriere erhalten Abfindungen und Fortbildungsangebote.
  • Geschäftsführer zieht positives Resümee aus der Zusammenarbeit mit lokalen Logistikanbietern.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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