Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: Dax unter Druck in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Am Mittwoch hat der Dax deutlich nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.796 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Tagesstart baute der Dax seine Verluste weiter aus.
„Zur Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Nahen Osten kehrte mit neuen Strafzollandrohungen aus dem Weißen Haus jetzt ein alter Bekannter auf die Liste der Risikofaktoren zurück“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „US-Präsident Trump will höhere Zölle gegen Länder aus der Eurozone und Großbritannien verhängen. Damit ist zumindest für den heutigen Tag die Entscheidung gefallen, in welche Richtung sich der Dax von der Marke von 25.000 Punkten entfernt – es geht erst einmal wieder abwärts.“
Die Stimmung an der Börse werde angespannter und viele Investoren würden zunehmend nervöser, so Lipkow. „Denn die Entwicklung am Aktienmarkt bildet derzeit nur bedingt die Realwirtschaft ab. Das könnte sich spätestens dann rächen, wenn die Euphorie für die Halbleiteraktien und den KI-Sektor abnimmt. Gleichzeitig ist die Situation im Iran unverändert und die Ölpreise weiter hoch.“
Die Konjunktur in der Eurozone zeige sich derzeit noch stabil, aber von Wachstum könne keine Rede sein, so Lipkow. Getragen würden die Zuwächse an den europäischen Aktienmärkten insbesondere von den Technologieaktien und den Rüstungsunternehmen. „Die vor dem Irankrieg aufgekommene Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung hatte auch mal die Aktien aus dem Automobilsektor und der Chemiebranche etwas beflügelt. Jetzt sieht es allerdings so aus, als ob diese Hoffnungen bereits wieder verflogen sind.“
Das Preisniveau in der Eurozone bleibe hoch und liegt weit über dem Notenbankziel von zwei Prozent, erklärte der Analyst. „Das dürfte das bestimmende Thema auf der in der kommenden Woche stattfindenden Notenbanksitzung werden.“ Mit einer Zinserhöhung werde fest gerechnet, so Lipkow. „Mit der Kombination aus den beschriebenen Risikofaktoren und einer restriktiveren Geldpolitik könnte sich gerade ein Sturm an den Börsen zusammenbrauen, der lediglich noch durch die KI-Euphorie in Schach gehalten wird.“
Bis kurz vor Handelsschluss standen die RWE-Aktien an der Spitze der Kursliste in Frankfurt. Am Tabellenende fanden sich die Papiere von SAP und Scout 24 wieder.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juli kostete 49 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis stieg ebenfalls: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 97,47 US-Dollar, das waren 1,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1610 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8613 Euro zu haben.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Frankfurter Börse |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Dax fiel um 1,3 Prozent auf 24.796 Punkte.
- US-Präsident Trump droht mit höheren Zöllen auf Waren aus der Eurozone und Großbritannien.
- Gas- und Ölpreise steigen, während die Stimmung an der Börse angespannt ist.
Warum ist das wichtig?
- Dax fällt aufgrund von Unsicherheiten und neuen Strafzollandrohungen.
- Nervosität der Investoren könnte durch anhaltend hohe Ölpreise und restriktive Geldpolitik verstärkt werden.
- Stabilität der Eurozone bleibt fraglich, mögliche Zinserhöhungen in der kommenden Notenbanksitzung.
Wer ist betroffen?
- Investoren
- Unternehmen in der Eurozone
- Verbraucher bei hohen Energiepreisen
Zahlen/Fakten?
- Dax beträgt 24.796 Punkte, Minus von 1,3 Prozent
- Gaspreis bei 49 Euro pro MWh, 3 Prozent höher als am Vortag
- Ölpreis bei 97,47 US-Dollar pro Fass, 1,5 Prozent höher als am vorherigen Handelstag
Wie geht’s weiter?
- Weitere negative Entwicklungen am Aktienmarkt zu erwarten
- Zinserhöhung in der kommenden Woche wahrscheinlich
- Nervosität unter Investoren steigt weiter an
- Russisches Wirtschaftsforum: CSU wirft AfD Nähe zu Putin vor - 3. Juni 2026
- Eli Lilly halbiert Milliarden-Investition in Deutschland - 3. Juni 2026
- 51-Jähriger wegen versuchten Totschlags in U-Haft - 3. Juni 2026
