Pistorius will Fregatten-Projekt F126 beenden

23. Juni 2026
1 min Lesezeit

Pistorius will Fregatten-Projekt F126 beenden

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Verteidigungspolitik: Deutschlands Marine-Rüstungsprojekte im Umbruch

() – Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant, aus dem größten Rüstungsprojekt in der Geschichte der Marine auszusteigen. Das berichtet der „Spiegel“.

Demnach beabsichtigt der SPD-Politiker, das von vielen Problemen geplagte Projekt zum Bau der Fregatten vom Typ F126 nicht weiter fortzusetzen. Um das Projekt zu retten, hatte das Verteidigungsministerium im vergangenen Jahr noch einen Wechsel des Generalunternehmers von der niederländischen Werft Damen zum deutschen Schiffsbauer Lürssen Naval Vessels herbeigeführt, der inzwischen vom größten deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall übernommen worden ist.

Für das Projekt sind seit der Bestellung im Juni 2020 insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro geflossen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte in den vergangenen Monaten mehrmals neue Tranchen bewilligt, um Unterauftragnehmer weiterzubezahlen, darunter maßgeblich deutsche Werften. Nach Schätzungen von Bundestagsabgeordneten dürften sich die bisherigen Kosten auf etwa 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro belaufen.

Nun will Pistorius laut „Spiegel“ stattdessen insgesamt acht Fregatten des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller TKMS kaufen. Diese Kriegsschiffe sind mit 4.200 Tonnen Verdrängung und gut 120 Metern Länge deutlich kleiner als die F126, die 166 Meter lang werden sollte, mit 10.500 Tonnen Verdrängung. In der Führung der Marine wird dies dem Vernehmen nach mitgetragen.

Haushalts- und Verteidigungsausschuss im Bundestag hatten bereits Vorverträge und mehr als 250 Millionen Euro bewilligt, um Fertigungskapazitäten zu sichern. War der Stückpreis für die Meko-Fregatten ausgehend von Angeboten für den Export von Schiffen dieses Typs auf etwa eine Milliarde Euro pro Schiff geschätzt worden, dürften die Kosten für die Bundeswehr deutlich höher liegen. Aufgrund von Wünschen der Marine für eine bessere Ausstattung geht das Bundesverteidigungsministerium nach Informationen des „Spiegel“ davon aus, dass jedes der Schiffe mit 1,6 Milliarden zu Buche schlagen dürfte. Bei der zweiten Tranche der acht Schiffe könnte der Preis demnach leicht günstiger ausfallen.

Insgesamt geht das Haus von Minister Pistorius von Kosten von knapp zwölf Milliarden für den Bauvertrag mit KNDS aus und etwa 700 Millionen für weitere Leistungen. Ein neuer Bauvertrag mit der Rheinmetall-Tochter NVL läge demnach bei mehr als 15 Milliarden Euro und 1,4 Milliarden für weitere Leistungen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Deutsche Kriegsschiffe (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Boris Pistorius plant Ausstieg aus dem Rüstungsprojekt zur Fregatte F126.
  • Stattdessen sollen acht Fregatten vom Typ Meko-200 gekauft werden.
  • Gesamtkosten für den neuen Bauvertrag könnten über 15 Milliarden Euro liegen.

Warum ist das wichtig?

  • Ausstieg aus einem problematischen Rüstungsprojekt kann Ressourcen sparen.
  • Wechsel zu einem anderen Schiffstyp könnte effizientere Lösungen bieten.
  • Hohe finanzielle Auswirkungen durch bereits investierte Milliarden müssen berücksichtigt werden.

Wer ist betroffen?

  • Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius
  • SPD-Politiker
  • Verteidigungsministerium

Zahlen/Fakten?

  • Mehr als 2 Milliarden Euro geflossen seit Bestellung im Juni 2020.
  • Schätzungen zufolge Kosten auf etwa 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro belaufen.
  • Jedes Meko-200 Schiff könnte mit 1,6 Milliarden Euro kosten.

Wie geht’s weiter?

  • Ausstieg aus dem F126-Projekt
  • Kauf von acht Fregatten des Typs Meko-200
  • Weitere Kostensteigerungen für die Bundeswehr erwartet
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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