Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Medienethik und Antisemitismus in Deutschland
Berlin () – Die Deutsche Welle hat einen weiteren freien Mitarbeiter ihrer arabischen Redaktion wegen möglichen Verstößen gegen den Code of Conduct freigestellt. Das berichtet die „Welt“ unter Berufung auf den Sender.
Der betroffene Mitarbeiter hatte im September 2025 dem libanesischen Sender Al Mayadeen ein Interview gegeben. Al Mayadeen gilt als proiranisch und Sprachrohr der Terrormiliz Hisbollah. In der TV-Schalte mit dem Sender erklärte der DW-Mitarbeiter, die Bundesrepublik unterstütze Israel auch, um sich den Zugang zu den Finanzmärkten zu erhalten. Viele Akteure, die die Märkte kontrollierten, seien Unterstützer Israels oder der Juden.
Die Deutsche Welle kommentierte die Personalentscheidung nicht konkret. Auf Anfrage der Zeitung teilte der Sender mit: „Zu einzelnen Personalien können wir uns nicht äußern. Antisemitische Verschwörungstheorien widersprechen klar dem Code of Conduct der DW. Bei Verstößen gegen diesen leiten wir entsprechende arbeitsrechtliche Maßnahmen ein.“ Im April hatte die „Bild“ bereits über antisemitische Aussagen zweier DW-Mitarbeiter in den sozialen Medien berichtet. Die Deutsche Welle stoppte daraufhin die Zusammenarbeit.
Der „Welt“ sagte der Sender nun, die eigenen Rekrutierungsprozesse weiter verbessern zu wollen. Dabei geht es um die Ausweitung der vor Einstellung stattfindenden Social-Media-Prüfverfahren bei Mitarbeitern. „Aktuell wird geprüft, inwiefern zusätzliche Tools das händische und dadurch sehr zeitaufwändige Social-Media-Screening unterstützen könnte. Auch eine Ausweitung der zu betrachtenden Zeitspanne ist bei Nutzung eines Tools denkbar“, sagte eine Sprecherin.
Bislang überprüft die DW sechs Monate rückblickend Social-Media-Konten von Bewerbern. Aber: Es sei niemals ihr Anspruch und mit geltendem Gesetz außerdem unvereinbar, lückenlose Überwachung von Social-Media-Accounts zu betreiben. Stattdessen kommuniziere man aktiv und positiv die Werte der DW bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Deutsche Welle (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Deutsche Welle hat einen freien Mitarbeiter wegen möglicher Verstöße gegen den Code of Conduct freigestellt.
- Der Mitarbeiter gab einem proiranischen Sender ein Interview, das antisemitische Verschwörungstheorien beinhaltete.
- DW plant, die Social-Media-Prüfverfahren bei neuen Mitarbeitern zu verbessern.
Warum ist das wichtig?
- Schutz von journalistischer Integrität und Neutralität
- Verhinderung von anti-Semitismus und Extremismus in Medien
- Stärkung des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Berichterstattung
Wer ist betroffen?
- freier Mitarbeiter der Deutschen Welle
- Al Mayadeen, proiranischer Sender
- Unterstützer Israels oder der Juden in Finanzmärkten
Zahlen/Fakten?
- Mitarbeiter freigestellt wegen möglichen Verstößen gegen Code of Conduct
- Interview mit Al Mayadeen im September 2025
- DW plant Verbesserung der Rekrutierungsprozesse durch erweiterte Social-Media-Prüfungen
Wie geht’s weiter?
- Verbesserung der Rekrutierungsprozesse
- Ausweitung der Social-Media-Prüfverfahren
- Prüfung zusätzlicher Tools für das Screening
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