Wildberger warnt vor digitaler Abhängigkeit von USA

17. Juli 2026
1 min Lesezeit

Digitalpolitik in vor KI-Abhängigkeit

Berlin () – Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) warnt vor einer zu großen digitalen Abhängigkeit Deutschlands und Europas von den USA. Das treibe ihn um, sagte Wildberger am Freitag der ARD.

Er sehe ein Szenario, dass etwa Microsoft den Stecker ziehen und keine Updates mehr für ausspielen könnte. „Ein solches Szenario besteht“, so Wildberger. Gleichzeitig sagte er, dass man mit vielen Unternehmen wie Microsoft seit Jahrzehnten „vertrauensvoll“ zusammenarbeite. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) treibe ihn die Abhängigkeit um. Man habe bei Anthropic gesehen, dass bestimmte KI-Modelle, die neuesten Versionen, nicht verfügbar gewesen seien. Technologie könne einem vorenthalten werden. „Wir dürfen nicht naiv sein“, sagte der Minister. Souveränität habe zwei Dinge: Wie bin ich abhängig und verwundbar? Ihn bewege seit vielen Jahren die Frage, wo der eigene Microsoft sei. Man solle ein solches Produkt oder eine Produktfamilie entwickeln, nicht nur weil es abgeschaltet werden könne, sondern weil man damit Geld verdienen und Wachstum generieren könne.

Auf die Frage, ob Deutschland in Sachen KI nicht längst abgehängt sei, antwortete Wildberger: „Es ist überhaupt nicht zu spät.“ Er verwies auf die industrielle KI. Wie man Künstliche Intelligenz in Industriebereichen einsetzen könne, sei eine Chance, weltweit führend zu sein. Deutschland habe unglaubliche Daten in diesem Bereich. Das werde zwar sehr herausfordernd, aber man solle niemals sagen, diese Technologie sei zu alt. Es gebe noch Innovationsmöglichkeit. „Am Ende des Tages ist das auch eine Frage des Willens, weil Deutschland und Europa hat so viel mehr anzubieten, als wir uns aktuell zutrauen“, so Wildberger. „Und diese Bremse, die auch im Kopf liegt, die müssen wir ganz schnell lösen.“

Zum Bürokratieabbau sagte der Minister, er sehe keine Einschnitte beim Umweltschutz. Man habe ein großes Augenmerk darauf gelegt, dass Rechenzentren bei Energieeffizienz, Grünstromfähigkeit und Wassereffizienz Weltstandard setzten. Das bleibe unberührt. Gleichzeitig müsse man sich an den Realitäten der Physik orientieren. Wildberger sprach sich zudem für eine Altersgrenze bei Social Media aus. Die grundsätzlich richtige Antwort sei „Safety by Design“. Dafür gebe es aber bisher noch keine technischen Lösungen. „Solange wir die Antworten darauf nicht haben, ist jetzt die Abwägung Schutz oder nicht Schutz?“, fragte er. „Und dann sind wir jetzt bei der Altersgrenze. Und dann sage ich, in der Abwesenheit der technischen Lösung plädiere ich auch für eine Altersgrenze.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Karsten Wildberger am 15.07.2026

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wildberger warnt vor digitaler Abhängigkeit von USA

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Bundesdigitalminister Karsten Wildberger warnt vor einer zu großen digitalen Abhängigkeit Deutschlands und Europas von den USA und nennt als mögliches Risiko, dass Microsoft Updates für Deutschland einstellen könnte
  • Er sagt, es sei bei KI nicht zu spät, verweist auf industrielle KI und will Innovation sowie Souveränität stärker ausbauen
  • Wildberger plädiert für Altersgrenzen bei Social Media mit dem Hinweis, dass für Safety-by-Design bisher noch keine technischen Lösungen vorliegen

Warum ist das wichtig?

  • Reduziert das Risiko, dass digitale Schlüsseltechnologien (zB Updates bei großen Anbietern wie Microsoft) plötzlich nicht mehr verfügbar sind
  • Erhöht KI-Souveränität, damit neue KI-Modelle und Technologien nicht vorenthalten werden können
  • Ermöglicht Innovation und Fortschritt in der industriellen KI, statt sich als „zu spät“ zu betrachten

Wer ist betroffen?

  • Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU)

Zahlen/Fakten?

  • Szenario möglich, dass Microsoft den Stecker zieht und keine Updates mehr für Deutschland ausspielt
  • Hinweis auf fehlende Verfügbarkeit bestimmter KI-Modelle, z.B. neueste Versionen, bei Anthropic
  • Altersgrenze bei Social Media als derzeitige Abwägung angesprochen, solange keine technischen Lösungen für „Safety by Design“ vorliegen

Wie geht’s weiter?

  • Entwicklung eigener KI-Produktfamilien vorantreiben, um unabhängig und wirtschaftlich handlungsfähig zu bleiben
  • Industrielle KI als Chance nutzen und Innovation trotz Herausforderungen beschleunigen
  • Safety-by-Design bei Social Media als Ziel verfolgen und bis zu technischen Lösungen für den Schutz eine Altersgrenze erwägen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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