Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Flüchtlingspolitik in Deutschland: Syrische Rückkehrdebatte
Berlin () – SPD-Fraktionsvize Sonja Eichwede lehnt eine pauschale Aufforderung an syrische Flüchtlinge in Deutschland zur Rückkehr in ihre Heimat ab.
„Eine große Zahl an Syrerinnen und Syrern ist hervorragend integriert“, sagte Eichwede den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). „Unzählige arbeiten in sozialversicherungspflichtigen Berufen, zum Beispiel als Ärztinnen und Ärzte, und leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft.“ Viele Syrer hätten inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit und seien in Deutschland heimisch geworden.
Die CSU-Landesgruppe spricht sich in dem Entwurf eines Positionspapiers zur Migrationspolitik dafür aus, dass nach dem Ende des Bürgerkriegs in ihrer Heimat die meisten Syrer mit vorübergehendem Bleiberecht zurückkehren – entweder freiwillig oder per Abschiebung. „Generell müssen Rückführungen individuell geprüft werden und erfolgen immer mit Blick auf die konkrete Lage vor Ort, welche vom Auswärtigen Amt und vom Bundesamt für Asyl und Flüchtlinge beurteilt wird“, sagte Eichwede zu der Forderung des Koalitionspartners. „Pauschale Urteile entsprechen nicht einem rechtsstaatlichen Verfahren.“
Gleichwohl gelte: „Wer Teil unserer Gesellschaft sein oder werden möchte, muss sich an Recht und Gesetz halten“, sagte die Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. „Im Koalitionsvertrag haben wir deshalb klar vereinbart, Straftäter und Gefährder grundsätzlich nach Syrien zurückzuführen.“
Eichwede verwies auf laufende Bemühungen in der Migrationspolitik, in deren Mittelpunkt Humanität und Ordnung stehen müssten. „Deshalb haben wir bereits viele Maßnahmen verabschiedet und sind dabei, das Gemeinsame Europäische Asylsystem umzusetzen“, sagte die SPD-Politikerin. „Diese Maßnahmen müssen jetzt Wirkung entfalten. Aktionismus wäre kontraproduktiv.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Syrer in Deutschland feiern den Sturz von Assad in Syrien (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- SPD-Fraktionsvize Sonja Eichwede lehnt pauschale Rückkehraufforderungen an syrische Flüchtlinge ab.
- CSU-Landesgruppe fordert Rückkehr der Syrer nach Bürgerkriegsende, Rückführungen sollen individuell geprüft werden.
- Eichwede betont, dass Straftäter und Gefährder nach Syrien zurückgeführt werden müssen.
Warum ist das wichtig?
- Anerkennung der gelungenen Integration vieler Syrer in Deutschland
- Beitrag syrischer Flüchtlinge zur deutschen Gesellschaft
- Notwendigkeit individueller Prüfungen bei Rückführungen, um rechtsstaatliche Prinzipien zu wahren
Wer ist betroffen?
- syrische Flüchtlinge in Deutschland
- gut integrierte Syrerinnen und Syrer mit deutscher Staatsangehörigkeit
- Straftäter und Gefährder
Zahlen/Fakten?
- Zahl der hervorragend integrierten Syrerinnen und Syrer in Deutschland ist groß.
- Viele Syrer arbeiten in sozialversicherungspflichtigen Berufen, wie als Ärztinnen und Ärzte.
- Eine beträchtliche Anzahl hat die deutsche Staatsangehörigkeit erlangt.
Wie geht’s weiter?
- Individuelle Rückführungen prüfen basierend auf der Lage vor Ort
- Straftäter und Gefährder nach Syrien zurückführen
- Weiterhin Maßnahmen im Asylsystem umsetzen
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