Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesundheitspolitik im Fokus: Herstellerabschläge in Berlin
Mit dem von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) soll der allgemeine Herstellerabschlag von 7 Prozent um eine dynamische Komponente ergänzt werden. Diese orientiert sich am Verhältnis der Arzneimittelausgaben zur Entwicklung der beitragspflichtigen Einnahmen. „Solide Finanzen sind die notwendige Grundlage für nachhaltige Stabilität“, hatte Warken dazu erklärt. Laut GKV-BStabG soll das den Krankenkassen 2027 rund 1,1 Milliarden Euro und 2030 etwa 5,5 Milliarden Euro sparen.
Irschik-Hadjieff sagte, ein dynamischer Herstellerabschlag sei wie eine Glaskugel zu lesen. „Planbarkeit ist aber im Hinblick auf Investitionen ganz entscheidend“, so die Sanofi-Deutschlandchefin. „Investitionen trifft man ja nicht kurzfristig, sondern mittel- bis langfristig. Und daher wollen wir einen Rahmen, Rahmenbedingungen, die uns die Planbarkeit besser ermöglichen.“
Der Pharmasektor sei die einzige Wirtschaftsbranche, „die so einen Herstellerrabatt zurückzahlt an die Kassen“, erklärte Irschik-Hadjieff. Es sei „schwer nachvollziehbar, warum nicht in anderen Industrien Ähnliches gefordert“ werde. „Man könnte ja von der Kfz-Industrie eine Steuer auf Verbrennungsmotoren fordern als Strafe. Das ist nicht der Fall“, so Irschik-Hadjieff. Sie verwies zudem darauf, dass die Pharmaindustrie im vergangenen Jahr bereits mit 29 Milliarden Euro an Rabatten zur Stabilisierung des Gesundheitssystems beigetragen habe.
Derzeit wird über das GKV-BStabG im Bundestag debattiert. Nach Informationen von POLITICO plant die Koalition, den Herstellerrabatt stabil zu halten, aber von 7 Prozent auf 15,5 Prozent anzuheben. Dabei soll es sich um einen unbefristeten Rabatt handeln.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Tabletten (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Sanofi-Deutschlandchefin Heidrun Irschik-Hadjieff zeigt sich offen für eine moderate Erhöhung des Herstellerabschlags auf verschreibungspflichtige Medikamente.
- Der Bundestag debattiert derzeit über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das den Herstellerrabatt von 7 Prozent auf 15,5 Prozent anheben könnte.
- Irschik-Hadjieff betont die Notwendigkeit von Planbarkeit für Investitionen im Pharmasektor.
Warum ist das wichtig?
- Stabilität der Krankenkassenfinanzen durch geplante Einsparungen
- Bedeutung von Planbarkeit für langfristige Investitionen im Pharmasektor
- Ungleichbehandlung der Pharmaindustrie im Vergleich zu anderen Branchen
Wer ist betroffen?
- Sanofi-Deutschlandchefin Heidrun Irschik-Hadjieff
- Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)
- Krankenkassen
Zahlen/Fakten?
- Herstellerabschlag in Deutschland: derzeit 7 Prozent, mögliche Erhöhung um 2-3 Prozentpunkte
- Verantwortung des GKV-BStabG: Einsparungen von 1,1 Milliarden Euro (2027) und 5,5 Milliarden Euro (2030) für Krankenkassen
- Pharmaindustrie leistete 2022 Rabatte von 29 Milliarden Euro zur Stabilisierung des Gesundheitssystems
Wie geht’s weiter?
- Moderat höhere Herstellerabschläge auf verschreibungspflichtige Medikamente möglich
- GKV-BStabG soll im Bundestag debattiert werden
- Herstellerabschlag könnte von 7 Prozent auf 15,5 Prozent steigen
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