Justizministerin will Produkthaftungsrecht verschärfen

16. Dezember 2025
1 min Lesezeit

Justizministerin will Produkthaftungsrecht verschärfen

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Rechtliche Neuerungen zur Produkthaftung in Deutschland

() – Hersteller sollen künftig stärker haften, wenn ihre Produkte fehlerhaft sind und Sachschäden oder Körperverletzungen verursachen. Das sieht ein Gesetzentwurf aus dem Bundesjustizministerium von Stefanie Hubig (SPD) vor, über den das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) berichtet.

Darin heißt es, das neue Produkthaftungsrecht werde den Schutz von Verbrauchern verbessern und Anreize für Hersteller schaffen, „sichere Produkte auf den Markt zu bringen“. Der Entwurf soll am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Hubig sagte: „Wir reagieren darauf, dass Produkte immer komplizierter werden.“ Betroffenen solle erleichtert werden, einen Schaden bei fehlerhaften Produkten nachzuweisen. So kann ein Gericht anordnen, dass die Hersteller relevante Beweismittel im Prozess offenlegen müssen.

Die Hersteller haften künftig finanziell unbegrenzt. Bisher lag der Höchstbetrag bei 85 Millionen Euro. Dieser soll gestrichen werden. Neu ist auch, dass die Produkthaftung für jede Art von Software gelten soll. Es mache für Verbraucher keinen Unterschied, ob sie einen Schaden erleiden, weil eine Schraube locker ist, oder weil die Software spinnt, so die Justizministerin. „Der Schaden kann der gleiche sein.“ Durch die umfassende Aufnahme von Software in den Anwendungsbereich des Gesetzes soll die Produkthaftung künftig auch für Systeme künstlicher Intelligenz gelten.

Es ist 36 Jahre her, dass die Produkthaftung zuletzt geändert wurde. Die nun anstehende Modernisierung geht auf europäische Vorgaben zurück: Eine neue EU-Produkthaftungsrichtlinie muss in deutsches Recht umgesetzt werden. Das Gesetz soll am 9. Dezember 2026 in Kraft treten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Stefanie Hubig (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Hersteller sollen bei fehlerhaften Produkten stärker haften und unbegrenzt finanzielle Verantwortung übernehmen.
  • Neuer Gesetzentwurf beinhaltet Haftung für Software und Systeme künstlicher Intelligenz.
  • Gesetz wird am 9. Dezember 2026 in Kraft treten.

Warum ist das wichtig?

  • Verbesserung des Verbraucherschutzes bei fehlerhaften Produkten
  • Anreize für Hersteller zur Produktion sicherer Produkte
  • Aktualisierung der Produkthaftung nach 36 Jahren und Anpassung an europäische Vorgaben

Wer ist betroffen?

  • Verbraucher
  • Hersteller
  • Systeme künstlicher Intelligenz

Zahlen/Fakten?

  • Hersteller haften künftig finanziell unbegrenzt, vorher Höchstbetrag 85 Millionen Euro.
  • Produkthaftung gilt künftig auch für Software und Systeme künstlicher Intelligenz.
  • Gesetz soll am 9. Dezember 2026 in Kraft treten.

Wie geht’s weiter?

  • Geplante Verabschiedung des Gesetzentwurfs im Kabinett am Mittwoch
  • Inkrafttreten des neuen Gesetzes am 9. Dezember 2026
  • Anpassung des Produkthaftungsrechts an europäische Vorgaben
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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