Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Politik und Justizreform in Berlin
Berlin () – Linken-Politiker Gregor Gysi schlägt eine Reform der Justiz und des Wahlrechts vor.
„Wenn wir Demokratie und Rechtsstaat nicht attraktiver machen, wird es gefährlich. Die AfD wartet schon“, sagte Gysi der „Welt“. Der Linken-Politiker schlägt einzelne Maßnahmen vor. „Ein Wahlzettel für Erst- und einer für die Zweitstimme. Viele denken, sie müssten beide Stimmen an die gleiche Partei geben“, sagte Gysi.
Zudem müssten einzelne Kandidaten auch bei Bundestagswahlen gewichtet, also hoch- oder runtergewählt, werden können. „Das verändert das Fraktionsleben, und die Kungelrunden, die es von Union bis Linke überall gibt und in denen Listenplätze abgesprochen werden, verlören an Macht und Sinn“, sagte Gysi. Bisher ist das vor allem aus Kommunalwahlen bekannt.
„Und wir brauchen Volksentscheide zu jeder Bundestagswahl: Jede Bundestagsfraktion darf eine grundgesetzkonforme Frage stellen, die mit Ja oder Nein zu beantworten ist. Der gewählte Kanzler muss sich daran für eine Legislaturperiode halten“, so Gysi.
In seiner Arbeit als Rechtsanwalt erlebe er eine zu langsame Justiz, sagte der Linken-Politiker. Lange Fristen führten zu absurden Abläufen – etwa wenn eine Untätigkeitsklage gegen die Verwaltung erst nach acht Jahren entschieden werde. „Es braucht also mehr Personal und haltbare, kürzere Fristen für die Justiz“, sagte Gysi der „Welt“.
Die AfD sei eine „rechtsextreme, verfassungswidrige Partei“, so Gysi. Der Einfluss von radikalen Funktionären wie dem Thüringer Landeschef Björn Höcke sei bereits sehr groß. „Als sie in Thüringen den Alterspräsidenten gestellt haben, hat er den Landtag zur Untätigkeit gezwungen, indem er keine Geschäftsordnung zugelassen hat. Das Parlament konnte sich nicht konstituieren“, so Gysi. „Da habe ich gemerkt: Gibst du der AfD ein Stück Macht, kann es richtig gefährlich werden. Noch sind sie weit genug weg von der Macht, es sei denn, die CDU kippt.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gregor Gysi (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Gregor Gysi schlägt Reformen für Justiz und Wahlrecht vor.
- Er fordert einen Wahlzettel für Erst- und Zweitstimme sowie die Möglichkeit, Kandidaten direkt zu wählen.
- Gysi sieht die AfD als eine Gefahr für die Demokratie und kritisiert ihren Einfluss im Thüringer Landtag.
Warum ist das wichtig?
- Stärkung der Demokratie und des Rechtsstaats ist entscheidend, um radikalen Parteien entgegenzuwirken.
- Reformen im Wahlrecht könnten Wählerverhalten ändern und Machtverhältnisse im politischen System beeinflussen.
- Notwendigkeit von schnellerer und effizienterer Justiz zur Vermeidung von Verzögerungen in rechtlichen Verfahren.
Wer ist betroffen?
- Wähler bei Bundestagswahlen
- Kandidaten bei Bundestagswahlen
- Anhänger von Volksentscheiden
Zahlen/Fakten?
- Gysi schlägt Reform der Justiz und des Wahlrechts vor
- Vorschlag: Wahlzettel für Erst- und Zweitstimme getrennt
- Volksentscheide zu jeder Bundestagswahl sollen eingeführt werden
Wie geht’s weiter?
- Reform des Wahlrechts mit getrennten Wahlzetteln für Erst- und Zweitstimme
- Einführung von Volksentscheiden bei jeder Bundestagswahl
- Bedarf an mehr Personal und kürzeren Fristen in der Justiz
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