Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
EU-Hilfen für Ukraine: Politische Reaktionen in Berlin
Berlin () – Grünen-Chefin Franziska Brantner hat sich enttäuscht über den im Europäischen Rat getroffenen Kompromiss für Ukraine-Hilfen gezeigt. „Der enttäuschende Kompromiss zu den Frozen Assets zeigt, dass wir den Anspruch nicht aufgeben dürfen, die in Europa eingefrorenen russischen Staatsvermögen für die Ukraine nutzbar zu machen“, sagte Brantner den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.
Dabei müsse dafür gesorgt werden, „dass nicht am Ende die Europäer Gefahr laufen, für die von Russland angerichteten Kriegsschäden zu bezahlen“. Brantner kritisierte auch den Kanzler. „Merz hat es diesmal nicht vermocht, Europa zusammenzubringen. Das bedeutet aber nicht, dass er das Ziel aufgeben darf, sondern weiter dafür Mehrheiten schmieden muss.“
Unionsfraktionsvize Norbert Röttgen (CDU) hat die EU-Einigung zur Hilfe für die Ukraine ebenfalls kritisiert. „Die Staats- und Regierungschefs haben sich dafür entschieden, die Verteidigung der Ukraine für zwei weitere Jahre zu finanzieren. Das ist sehr positiv, für die Ukraine und für die europäische Sicherheit“, sagte Röttgen den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. „Aber dass dies nun durch die Blockade einzelner Staaten zunächst durch europäische Schulden auf Kosten der eigenen Bürger anstatt mittels des Vermögens des Aggressorstaates geschehen soll, ist leider erneut Ausdruck europäischer Schwäche.“
Den Willen zur Selbstbehauptung auch gegenüber den USA bringe die notwendige Mehrheit der europäischen Staaten nicht auf, beklagte Röttgen. Merz sei für dieses Ziel ins Risiko gegangen und habe eine Dynamik erzeugt, lobte Röttgen aber den Kanzler.
Auch der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner kritisierte die Einigung. „Leider hat der Bundeskanzler bei dem EU-Gipfel nicht erreichen können, dass die russischen Assets gesichert dafür eingesetzt werden, den Wiederaufbau der Ukraine nach dem russischen Angriffskrieg zu finanzieren“, sagte er der Mediengruppe. „Die gefundene Einigung wird es sehr schwer machen, dieses Ziel noch zu erreichen und damit die wenigen europäischen Druckmittel einzusetzen, um zu einem Waffenstillstand und einer tragfähigen Friedensordnung zu kommen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Friedrich Merz nach dem EU-Gipfel in Brüssel am 19.12.2025 |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Franziska Brantner äußert Enttäuschung über Kompromiss zu Ukraine-Hilfen und eingefrorene russische Vermögen.
- Norbert Röttgen kritisiert Finanzierung durch europäische Schulden statt durch Vermögen des Aggressorstaates.
- Ralf Stegner bemängelt, dass die Einigung die Verwendung russischer Assets für den Wiederaufbau der Ukraine erschwert.
Warum ist das wichtig?
- Nutzung eingefrorener russischer Staatsvermögen für Ukraine-Hilfen ist entscheidend
- Vermeidung, dass Europäer für Kriegsschäden zahlen müssen
- Stärkung der europäischen Position gegenüber den USA und Verbesserung der Sicherheitslage in Europa
Wer ist betroffen?
- Franziska Brantner (Grüne)
- Norbert Röttgen (CDU)
- Ralf Stegner (SPD)
Zahlen/Fakten?
- EU entscheidet über Finanzierung der Ukraine für zwei weitere Jahre.
- Kritik an der Blockade einzelner Staaten; Mittel kommen zunächst durch europäische Schulden.
- Wunsch nach Nutzung russischer eingefrorener Vermögen für den Wiederaufbau der Ukraine.
Wie geht’s weiter?
- Weiter an einer Einigung über die Nutzung der eingefrorenen russischen Vermögenswerte arbeiten
- Mehrheiten für eine gemeinsame europäische Strategie schmieden
- Druckmittel zur Einsetzung eines Waffenstillstands nutzen
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