Fast jede zweite "Rente mit 63" geht an Frauen

17. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik: Rentenregelungen in

() – Fast jede zweite abschlagsfreie „Rente mit 63“ ist in den vergangenen Jahren an eine Frau gegangen. Das geht aus der Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sarah Vollath hervor, über welche die „Rheinische Post“ berichtet.

Demnach entfielen laut Deutscher Rentenversicherung zwischen 2015 und 2025 im Schnitt rund 44,4 Prozent der Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte auf Frauen. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt rund 262.000 neue Rentner, die nach 45 Versicherungsjahren vorzeitig in Rente gingen. Dabei profitierten etwa 145.000 Männer (55,3 Prozent) und rund 117.000 Frauen (44,7 Prozent) von der Regelung für besonders langjährig Versicherte. 2019 lag der Frauenanteil bei der sogenannten Rente mit 63 sogar bei 45,8 Prozent – der Höchstwert in der Auswertung.

Dass Schwarz-Rot die Abschaffung des früheren Renteneintritts nach 45 Beitragsjahren anstrebt, kritisierte Vollath vor diesem Hintergrund scharf. Man spreche hier über Beschäftigte, die häufig sogar mehr als 45 Jahre lang hart gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hätten. „Es kann doch nicht sein, dass die Regierung ausgerechnet bei diesen Menschen im Rentenalter kürzen und ihnen durch Abschläge noch niedrigere Renten zumuten will“, sagte sie. Schon jetzt lägen die Renten vieler Frauen nach 45 Versicherungsjahren „nur knapp oberhalb der Armutsgrenze“.

Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnte angesichts der Zahlen vor einer Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte. Dieser Schritt würde das Risiko von Altersarmut deutlich erhöhen – insbesondere für Frauen, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. „Wer bereits nach einem mittleren Schulabschluss ins Berufsleben eingestiegen ist und mehr als 45 Jahre gearbeitet hat, darf im Ruhestand nicht mit Abschlägen bestraft werden“, so Engelmeier.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Seniorin (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Fast jede zweite "Rente mit 63" geht an Frauen

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Zwischen 2015 und 2025 gingen laut Deutscher Rentenversicherung im Schnitt rund 44,4 Prozent der Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte an Frauen
  • Im vergangenen Jahr profitierten etwa 145.000 Männer und rund 117.000 Frauen von der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte
  • Die Linke und der Sozialverband warnen vor einer geplanten Abschaffung, da dies das Risiko von Altersarmut insbesondere für Frauen erhöhen würde

Warum ist das wichtig?

  • Fast jede zweite abschlagsfreie „Rente mit 63“ bzw. vorzeitige Rente nach 45 Versicherungsjahren betrifft Frauen, wodurch eine Abschaffung besonders Frauen treffen könnte
  • Ohne diese abschlagsfreie Regel würde das Risiko von Altersarmut deutlich steigen, da viele Renten nach 45 Jahren nur knapp oberhalb der Armutsgrenze liegen
  • Die betroffenen Menschen haben häufig über viele Jahrzehnte gearbeitet und eingezahlt, daher gelten Abschläge bzw. Kürzungen als besonders ungerecht

Wer ist betroffen?

  • Frauen, die nach 45 Versicherungsjahren besonders langjährig vorzeitig in Rente gingen
  • Männer mit mehr als 45 Versicherungsjahren, die von der Regelung für besonders langjährig Versicherte profitieren
  • Beschäftigte mit mittlerem Schulabschluss, die nach mehr als 45 Jahren Arbeit im Ruhestand nicht mit Abschlägen bestraft werden sollen

Zahlen/Fakten?

  • 2015 bis 2025: durchschnittlich ca. 44,4 Prozent der Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte an Frauen
  • 2024: insgesamt ca. 262.000 neue Rentner nach 45 Versicherungsjahren; ca. 145.000 Männer (55,3 Prozent) und ca. 117.000 Frauen (44,7 Prozent)
  • 2019: Frauenanteil bei der „Rente mit 63“ 45,8 Prozent (Höchstwert)

Wie geht’s weiter?

  • Fast jede zweite abschlagsfreie „Rente mit 63“ ging in den vergangenen Jahren an Frauen
  • Zwischen 2015 und 2025 entfielen im Schnitt rund 44,4 Prozent der Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte auf Frauen
  • Schwarz-Rot plant die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, was scharfe Kritik und Warnungen vor höherer Altersarmut auslöst
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