Baerbock fordert eine Generalsekretärin an der Spitze der UN

28. Juli 2026
1 min Lesezeit

UN-Politik: Baerbock fordert Frauenquote

New York () – Die scheidende Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, spricht sich explizit für eine Nachfolgerin von UN-Generalsekretär António Guterres aus.

„Es ist Zeit für eine Frau“, sagte Baerbock der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Bislang hatten ausschließlich Männer das höchste Amt bei den Vereinten Nationen inne.

Als Präsidentin der Generalversammlung moderiert Baerbock den Prozess zur Findung eines Nachfolgers des Portugiesen Guterres, dessen Amtszeit im Dezember endet. Derzeit gibt es vier Bewerberinnen und zwei Bewerber. „Die Hälfte der Menschheit sind Frauen und Mädchen“, sagte Baerbock der SZ. „Wie möchte eine Institution, die acht Milliarden Menschen vertritt und seit 80 Jahren für Menschenrechte einsteht, erklären können, dass sie auch nach acht Jahrzehnten erneut keine Frau an ihrer Spitze finden kann?“

Eine eigene Kandidatur schloss Baerbock aber aus. Auf die Fragen, ob sie sich vielleicht nicht doch noch als UN-Generalsekretärin bewerben wolle, sagte sie: „Nein. Nach den ungeschriebenen Rotationsregeln ist Lateinamerika dran. Es gibt hervorragende Frauen aus dieser Region.“

Baerbock machte deutlich, dass Sie sich aus und aus Europa mehr Widerstand erwartet hätte gegen die Angriffe der US-Regierung von Donald Trump auf die UN-Charta und die internationale Friedensordnung. „Das Völkerrecht war schon immer nur so stark wie diejenigen, die bereit sind, es zu verteidigen. Dieser Tage fällt es einigen leider besonders schwer, in solchen Momenten einfach selbstbewusst und klar zu sagen: Das ist im absoluten Widerspruch zum internationalen Recht und damit auch zu unseren nationalen Sicherheitsinteressen“, sagte Baerbock. „Und all diejenigen, die in den vergangenen Monaten aus dem bequemen Ledersessel – im Zweifel auch aus – dahergeredet haben: Na ja, vielleicht muss man die Vereinten Nationen einfach noch einmal neu aufbauen. Die scheinen den Kern dieser Organisation gar nicht zu verstehen: Die UN waren nie für die einfachen Zeiten gebaut.“

Baerbock sprach außerdem über ihren persönlichen Umgang mit teils sehr harter Kritik und darüber, wie sie in dem Jahr in ihrem neuen Leben in New York, „ein Stück weit Anonymität und damit auch Freiheit“ zurückgewonnen habe. Gleichzeitig gibt sie sich trotzig gegenüber frauenfeindlichen Diffamierungen. Sie sagt: „Gutgelaunte Frauen in Machtpositionen sind für manche Männer weiterhin keine Selbstverständlichkeit, sondern offensichtlich der schlimmste Trigger. Wir sind aber mittlerweile zu viele. Und wir Frauen werden uns nicht dafür entschuldigen oder gar aufhören, selbstbewusst, erfolgreich und zugleich lebensfroh zu sein.“

Auf die Frage, welche Frauen ihr in diesem Sinne die Türen für ihre politische Karriere geöffnet hätten, sagte Baerbock der SZ: „Ohne Angela Merkel als Kanzlerin wäre ich wahrscheinlich niemals erste weibliche Außenministerin geworden.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Annalena Baerbock (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Baerbock fordert eine Generalsekretärin an der Spitze der UN

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Annalena Baerbock fordert, dass es Zeit für eine Frau an der Spitze der UN gibt und spricht sich explizit für eine Nachfolgerin von UN-Generalsekretär António Guterres aus
  • Sie erläutert, dass sie selbst nicht kandidieren will und dass nach Rotationsregeln Lateinamerika an der Reihe sei
  • Baerbock kritisiert Angriffe der US-Regierung auf die UN-Charta und betont zugleich ihren Umgang mit frauenfeindlicher Kritik

Warum ist das wichtig?

  • Schritt für Schritt den UN-Generalsekretär-Posten fairer und mit mehr Repräsentation besetzen durch die Forderung nach einer Frau an der Spitze
  • Stärkung des Völkerrechts und der internationalen Friedensordnung als zentralen Beitrag zu nationaler Sicherheit trotz Angriffen auf die UN-Charta
  • Ermutigung gegenüber frauenfeindlicher Kritik und Hinweis auf konkrete Vorbilder für den politischen Aufstieg, etwa Angela Merkel

Wer ist betroffen?

  • Annalena Baerbock, scheidende Präsidentin der UN-Generalversammlung
  • Frauen und Mädchen, die laut Baerbock bisher nicht an der Spitze der UN vertreten waren
  • Donald Trumps US-Regierung, deren Angriffe auf UN-Charta und Friedensordnung Baerbock zufolge Widerstand erfordern

Zahlen/Fakten?

  • Dezember endet die Amtszeit von UN-Generalsekretär António Guterres
  • Derzeit gibt es vier Bewerberinnen und zwei Bewerber für den Nachfolger
  • Seit 80 Jahren steht die UN laut Baerbock für Menschenrechte, bislang waren ausschließlich Männer im höchsten UN-Amt

Wie geht’s weiter?

  • Annalena Baerbock spricht sich dafür aus, dass António Guterres als UN-Generalsekretär eine Frau nachfolgen soll
  • Sie schließt eine eigene Kandidatur aus und verweist darauf, dass nach ungeschriebenen Rotationsregeln Lateinamerika dran sei
  • Baerbock erwartet mehr Widerstand aus Deutschland und Europa gegen die Angriffe der US-Regierung auf UN-Charta und internationale Friedensordnung
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