Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Humanitäre Krise im Gazastreifen und internationale Politik
New York () – Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, hat eindringlich an Israel appelliert, die humanitäre Lage im Gazastreifen zu verbessern. „Der Waffenstillstand in Gaza ist leider alles andere als stabil. Seither sind mindestens 67 palästinensische Kinder getötet worden“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben).
„Weiterhin fehlt es hunderttausenden Menschen, vor allem vielen Kindern, an Lebensmitteln, medizinischer Versorgung, einem Dach über dem Kopf. Dafür braucht es endlich den kompletten, sicheren und ungehinderten Zugang für jegliche humanitäre Hilfe in ganz Gaza, einschließlich des Palästinenserhilfswerks UNRWA mit seinem Fokus auf Gesundheitsversorgung und Schulen.“
Mit Unverständnis reagierte Baerbock auf die Entscheidung der Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU), einer Mandatsverlängerung für das Palästinenserhilfswerk nicht zuzustimmen. UNRWA habe bereits Reformschritte umgesetzt, so Baerbock. „Warum man sich dennoch plötzlich bei der jährlichen Verlängerung enthalten hat, auch wenn ja anderseits weiter gezahlt wird, müssen Sie die aktuelle Bundesregierung fragen“, kritisierte sie. „Das Mandat, um das es geht, umfasst zudem ja nicht nur Gaza, sondern ebenso das Westjordanland, Jordanien, Syrien und den Libanon, wo viele palästinensische Flüchtlinge leben.“ Ohne Unterstützung der Vereinten Nationen werde es schwer, die Region zu stabilisieren und Gaza wieder aufzubauen.
Das Palästinenserhilfswerk war nach dem 7. Oktober 2023 in Verruf geraten, weil UNRWA-Mitglieder am Massaker der Hamas beteiligt gewesen sein sollen. „Als Außenministerin habe ich damals auch gegenüber den UN sehr deutlich gemacht, dass ich es nicht verantworten kann, deutsche Gelder auf den Weg zu bringen, wenn es keine Untersuchung und keine Reform des Hilfswerks gibt“, sagte sie. „Daraufhin hat es nicht nur Untersuchungen zu den Vorwürfen gegeben, sondern auch den sogenannten Colonna-Bericht der ehemaligen französischen Außenministerin, deren wichtige Reformschritte umgesetzt werden.“
Zugleich nahm Baerbock den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, gegen massive Kritik aus Israel in Schutz. „Der Generalsekretär hat immer wieder die Verbrechen der Hamas klar verurteilt und deutlich gemacht, dass sie durch nichts zu rechtfertigen sind“, sagte sie. „Wer, wenn nicht der UN-Generalsekretär, steht klar gegen Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit ein?“
Auf der anderen Seite müsse in jedem Krieg das humanitäre Völkerrecht eingehalten und die Zivilbevölkerung geschützt werden – „das gilt für alle Staaten, auch für Israel“. Guterres habe wie sie selbst immer wieder an beides erinnert, so Baerbock: „Israels Existenzrecht und seine Sicherheit müssen gewährleistet werden – und die Palästinenser haben das Recht auf einen eigenen Staat. Nachhaltigen Frieden kann es nur mit einer Zwei-Staaten-Lösung geben.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gazastreifen (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Annalena Baerbock appelliert an Israel, die humanitäre Lage im Gazastreifen zu verbessern.
- Mindestens 67 palästinensische Kinder wurden seit dem Waffenstillstand getötet.
- Baerbock kritisiert die Bundesregierung für die Ablehnung einer Mandatsverlängerung für das Palästinenserhilfswerk UNRWA.
Warum ist das wichtig?
- Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen ist entscheidend für das Wohl der Zivilbevölkerung
- Stabilisierung der Region und Wiederaufbau von Gaza sind ohne UN-Unterstützung schwierig
- Einhaltung des humanitären Völkerrechts ist in Konfliktsituationen für alle Staaten von Bedeutung
Wer ist betroffen?
- palästinensische Kinder
- hunderte tausende Menschen
- palästinensische Flüchtlinge in Gaza, Westjordanland, Jordanien, Syrien und Libanon
Zahlen/Fakten?
- Mindestens 67 palästinensische Kinder seit Beginn des Waffenstillstands in Gaza getötet
- Hunderttausende Menschen im Gazastreifen haben keinen Zugang zu Lebensmitteln und medizinischer Versorgung
- Unterstützung des Palästinenserhilfswerks UNRWA umfasst nicht nur Gaza, sondern auch Westjordanland, Jordanien, Syrien und Libanon
Wie geht’s weiter?
- Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen gefordert
- Sicherer Zugang für humanitäre Hilfe benötigt
- Unterstützung der Vereinten Nationen muss fortgeführt werden
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