Amnesty formuliert Erwartungen an Golfreise von Merz

4. Februar 2026
1 min Lesezeit

Amnesty formuliert Erwartungen an Golfreise von Merz

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Menschenrechte und Politik im Golfraum

() – Vor seiner am Mittwoch beginnenden Reise in drei Golf-Länder fordert Amnesty International Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf, dort die „Achtung universellen Rechts“ einzufordern.

„Die Bundesregierung darf nicht immer wieder denselben Fehler machen und zur Förderung vermeintlicher `Stabilität` ausgerechnet solche Regierungen stärken, die systematisch universelle Menschenrechte verletzen“, sagte Katja Müller-Fahlbusch, Expertin für den Nahen Osten und Nordafrika bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in , dem „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe).

Echte Stabilität beruhe auf dem Respekt der Menschenrechte und des Völkerrechts, davon könne mit Blick auf die Regierungen in und den Vereinigten Arabischen Emiraten aber nicht die Rede sein, sagte Müller-Fahlbusch. Merz will neben diesen beiden Ländern Katar besuchen.

„In Saudi-Arabien wurden allein in der ersten Jahreshälfte 2025 mehr als 180 Menschen hingerichtet, der Großteil von ihnen wegen Drogendelikten. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht“, sagte die Vertreterin von Amnesty International. Aktivisten, „die sich für Freiheit und Menschenrechte einsetzen, sitzen nach grob unfairen Verfahren oft jahrzehntelang in Haft oder im Hausarrest“. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate unterdrücke nicht nur brutal jegliche Regierungskritik im eigenen Land, sondern trage mit den Waffenlieferungen an die sudanesischen RSF aktiv zu einer der größten humanitären Katastrophen der Welt bei. „Wenn Bundeskanzler Merz echte Stabilität in der Region fördern will, dann muss er diese Punkte ganz offen anprangern und die Achtung universellen Rechts in den Golfstaaten einfordern.“

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, warb für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Golf-Staaten. „Wirtschaftliche Interessen und sicherheitspolitische Notwendigkeiten ergänzen sich aus deutscher Sicht nirgends so wie am Golf. Der Kanzler wird offensiv für die Investitionsmöglichkeiten in Deutschland werben“, sagte Hardt dem „Tagesspiegel“.

Ein wichtigstes aktuelles Thema der Merz-Reise werde die Entwicklung im sein, sagte Hardt. Für den Bundeskanzler komme es dabei darauf an, die Position der arabischen Länder persönlich zu erfahren. „Aus deutscher Sicht steht im Mittelpunkt, wie die Aggression des Iran gegenüber anderen Ländern der Region – insbesondere gegenüber Israel – dauerhaft beendet werden kann.“ Ebenso gehe es darum, „wie das fortgesetzte Morden des iranischen Regimes an der eigenen Bevölkerung gestoppt werden kann“, sagte Hardt.

Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sagte dem „Tagesspiegel“, die Golf-Region sei „ein wichtiger strategischer Partner – für regionale Stabilität ebenso wie für Handel und grüne Energie sowie Investitionen und Diplomatie. Gerade die diplomatischen Einflussmöglichkeiten sind mit Blick auf die Konflikte wie in Gaza, und im Iran von zentraler Bedeutung. Gleiches gilt für die Bemühungen um ein Ende des nun seit mehr als 1.000 Tagen andauernden Krieges im Sudan.“ Mit Blick auf eigene sicherheitspolitische Interessen und europäischen Werte gelte es, „Themen, die uns noch trennen, in den Gesprächen anzusprechen“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Friedrich Merz am 03.02.2026

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Amnesty International fordert Kanzler Merz auf, Menschenrechte in Golfstaaten einzufordern
  • Merz plant Reise nach Saudi-Arabien, VAE und Katar
  • Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Iran-Entwicklung sind wichtige Themen der Reise

Warum ist das wichtig?

  • Einfluss auf Menschenrechte und Völkerrecht in Golfstaaten stärken
  • Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen und politischen Werten herstellen
  • Regionale Stabilität und sicherheitspolitische Interessen fördern

Wer ist betroffen?

  • Bundeskansler Friedrich Merz
  • Regierungen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten
  • Menschenrechtsaktivisten in den Golfstaaten

Zahlen/Fakten?

  • In Saudi-Arabien wurden in der ersten Jahreshälfte 2025 mehr als 180 Menschen hingerichtet.
  • Die Regierung der VAE unterstützt mit Waffenlieferungen die RSF im Sudan.
  • Die Merz-Reise umfasst Besuche in Saudi-Arabien, den VAE und Katar.

Wie geht’s weiter?

  • Merz soll universelle Menschenrechte in den Golf-Staaten einfordern.
  • Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Investitionsmöglichkeiten in Deutschland werben.
  • Iran-Politik und regionalen Konflikte ansprechen.
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