42 Prozent der Gemeinden ohne öffentliche Ladesäulen

31. Mai 2026
1 min Lesezeit

42 Prozent der Gemeinden ohne öffentliche Ladesäulen

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Infrastruktur für Elektroautos in Deutschland

Berlin () – Die Versorgung mit öffentlich zugänglichen Ladesäulen für Elektroautos ist in noch deutlich unterentwickelt. Das ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, meldet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Nach dem aktuellen Datenstand (25. Mai 2026) gibt es in 4.548 Gemeinden (42 Prozent) der 10.775 Gemeinden in Deutschland keine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur, heißt es darin. Allerdings sei eine solche Infrastruktur insbesondere wichtig für Kommunen, die die Merkmale einer Stadtregion trügen. Hier überwiegen Mehrparteienhäuser ohne eigene Stellplätze. Betrachtet man alle Kommunen in Deutschland mit einer Einwohnerzahl von über 5.000, sind davon 99 Prozent mit mindestens einem öffentlich zugänglichen Ladepunkt ausgestattet.

Der Antwort zufolge ist die Ausstattung in den 16 Bundesländern sehr unterschiedlich. In , Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sind demnach 100 Prozent der Kommunen mit öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur ausgestattet. (35 Prozent), (32 Prozent), (28 Prozent) und Schleswig-Holstein (41 Prozent) liegen hingegen deutlich zurück.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch kritisierte den Rückstand. Während die Anschaffung von Elektroautos mit Unsummen subventioniert werde, hinke die öffentliche Ladeinfrastruktur kilometerweit hinterher, sagte er dem RND. Statt E-Porsches zu subventionieren, solle der Fokus staatlicher Investitionen auf der Infrastruktur liegen. Nur so könne der Umstieg auf E-Mobilität für alle Bürger auch ohne private Lademöglichkeit gelingen. Bartsch sieht vor allem in den ostdeutschen Ländern Defizite. Jede zweite Kommune im Osten verfüge über keine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur – in den westdeutschen Kommunen sei es jede vierte, sagte er. In Mecklenburg-Vorpommern seien sogar zwei Drittel der Kommunen betroffen. Der Osten dürfe nicht länger hinterherhinken, mahnte der Linken-Politiker.

Die Bundesregierung hatte kürzlich beschlossen, private Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro beim Kauf von E-Autos mit einer Prämie zwischen 1.500 und 6.000 Euro zu unterstützen. Das gilt rückwirkend zum 1. Januar. Auch wegen der infolge des Iran-Krieges steigenden Ölpreise steigt die Nachfrage. Allerdings gilt die vielerorts noch fehlende Ladeinfrastruktur als Achillesferse beim Umstieg von Fahrzeugen mit Verbrenner-Motor.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Elektroauto an einer Ladestation (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Versorgung mit öffentlich zugänglichen Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland ist unterentwickelt.
  • 4.548 von 10.775 Gemeinden haben keine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur.
  • Unterschiedliche Ausstattung in Bundesländern; im Osten gibt es größere Defizite.

Warum ist das wichtig?

  • Mangelnde Ladeinfrastruktur hemmt den Umstieg auf E-Mobilität
  • Ungleichheiten zwischen den Bundesländern können soziale Diskrepanzen verstärken
  • Subventionen für E-Autos allein reichen nicht, Infrastruktur muss verbessert werden

Wer ist betroffen?

  • Kommunen ohne öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur
  • Bewohner ohne private Lademöglichkeiten
  • Bürger in ostdeutschen Ländern

Zahlen/Fakten?

  • 4.548 Gemeinden (42 Prozent) in Deutschland haben keine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur
  • 100 Prozent der Kommunen in Bremen, Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sind ausgestattet
  • In Thüringen 35 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern 32 Prozent, Rheinland-Pfalz 28 Prozent, Schleswig-Holstein 41 Prozent ohne Ladeinfrastruktur

Wie geht’s weiter?

  • Verbesserung der öffentlichen Ladeinfrastruktur in unterversorgten Gemeinden
  • Fokus auf staatliche Investitionen für Ladepunkte statt E-Auto-Subventionen
  • Unterstützung von privaten Haushalten beim Kauf von E-Autos fördern
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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