Kultur - Was ist passiert – was dahinter steckt
Kulturpolitik in Deutschland: Streaming-Anbieter im Fokus
Berlin () – Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat seine Ablehnung eines gesetzlichen Investitionszwangs für US-Streaminganbieter in Deutschland bekräftigt. „Ein Gesetz würde erhebliche Bürokratie mit sich bringen und Einschränkungen für Unternehmen, die hier produzieren“, sagte Weimer dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).
Der Kulturstaatsminister warnte indirekt auch vor möglichen US-Gegenmaßnahmen. „In der US-Botschaft wird die Diskussion über die Filmförderung, soweit es mir bekannt ist, sehr genau beobachtet“, sagte Weimer.
Das Bundeskanzleramt und das Bundesfinanzministerium streiten seit Wochen über die Filmförderung. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zusätzliche Mittel für die Filmförderung in Höhe von 120 Millionen Euro im Vorjahr an die Bedingung geknüpft, dass die großen Streaminganbieter wie Netflix und Disney ihre Investitionen in Deutschland erhöhen. Klingbeil will dies den Anbietern gesetzlich vorschreiben. Weimer hingegen lehnt einen solchen Investitionszwang ab und hat mit den Branchengrößen eine Selbstverpflichtung ausgehandelt.
Ein Gesetz könnte wegen des EU-Wettbewerbsrechts nur vorschreiben, dass die Investitionen in Europa stattfinden, warnte Weimer. Er hält zudem Klagen gegen ein Gesetz für möglich. Vertreter öffentlich-rechtlicher Sender hätten bereits darauf hingewiesen, dass sie ein Gesetz als schwer zu rechtfertigenden Eingriff in ihre Programmfreiheit sähen. Ähnliches höre man von ausländischen Streamern, gerade „wenn ein Gesetz mit sehr hohen und detaillierten Vorgaben in ihre unternehmerische Freiheit eingreift, so wie es sich die Produzenten wünschen“, so Weimer.
Es gebe zudem einen „sehr guten Kompromiss, den auch wichtige Vertreterinnen der SPD-Fraktion mittragen“, sagte der Kulturstaatssekretär. „Die freiwilligen Zusagen werden sehr schnell überprüft. Und wenn sich nicht an die Zusagen gehalten wird, gibt es ein Gesetz.“ Er habe aber Vertrauen in die Zusagen von ARD, ZDF, RTL, Pro Sieben und Netflix und Co.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Kulturstaatsminister Wolfram Weimer lehnt gesetzlichen Investitionszwang für US-Streaminganbieter ab.
- Es gibt Streit zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Bundesfinanzministerium über die Filmförderung und zusätzliche Mittel.
- Weimer hat eine Selbstverpflichtung mit Streaminganbietern ausgehandelt.
Warum ist das wichtig?
- Vermeidung erheblicher Bürokratie für Unternehmen in Deutschland
- Schutz vor möglichen US-Gegenmaßnahmen
- Flexibilität durch freiwillige Selbstverpflichtungen statt gesetzlicher Vorgaben
Wer ist betroffen?
- US-Streaminganbieter wie Netflix und Disney
- Vertreter öffentlich-rechtlicher Sender
- Kulturstaatsminister Wolfram Weimer
Zahlen/Fakten?
- 120 Millionen Euro zusätzliche Mittel für die Filmförderung
- Diskussion über US-Gegenmaßnahmen beobachtet
- Selbstverpflichtung der Streaminganbieter ausgehandelt
Wie geht’s weiter?
- Überprüfung der freiwilligen Zusagen der Streaminganbieter erfolgt schnell
- Gesetz wird nur in Kraft treten, wenn Zusagen nicht eingehalten werden
- Vertrauen in die Selbstverpflichtung der Branchenvertreter
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