Bafin fürchtet weitere Schließungen von Immobilienfonds

9. März 2026
1 min Lesezeit

Bafin fürchtet weitere Schließungen von Immobilienfonds

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Finanzaufsicht Bafin warnt vor Risiken in Frankfurt

Frankfurt am Main () – Die Finanzaufsicht Bafin sieht nach wie vor erhebliche Risiken für Privatanleger bei offenen Immobilienfonds und anderen Finanzprodukten. „Offene Immobilienfonds sind legitime Produkte“, sagte Bafin-Chef Mark Branson der „Süddeutschen Zeitung“. Entscheidend sei jedoch, ob sie richtig und fair verkauft würden. „Beratung ist eben nicht immer Beratung, oft ist es vertriebsgetriebener Verkauf“, sagte Branson.

Er äußerte zudem Zweifel, ob offene Immobilienfonds zu Recht in Risikoklasse eins – also als sehr wenig riskant – verkauft werden sollten. „Risikokategorie eins ist tatsächlich sehr niedrig, sogar niedriger als viele Staatsanleihen. Die Vorstellung, ein Portfolio aus Gewerbeimmobilien sei weniger riskant als ein Portfolio aus Bundesanleihen, entspricht nicht dem gesunden Menschenverstand“, sagte Branson. Einige Anbieter hätten bereits reagiert und ihre Risikobewertung angepasst.

Lange galten offene Immobilienfonds als stabile Anlagen. Vor allem Volksbanken und Sparkassen vertreiben sie in großem Stil an Privatanleger – häufig in der niedrigsten Risikokategorie. Dabei besteht die Gefahr, dass Fonds schließen müssen: Zuletzt verweigerten zwei kleinere Immobilienfonds die Rücknahme von Anteilen. Auf die Frage, ob er weitere Fondsschließungen ausschließen könne, sagte Branson: „Das kann ich nicht. Bei kleineren Immobilienfonds gibt es ein erhöhtes Risiko.“

Auch über die seit der Finanzkrise eingeführten Protokollierungspflichten äußerte Branson Skepsis: „Dienen sie wirklich dem Kundenschutz oder eher dem Schutz der Institute? Wer versteht diese umfangreichen Unterlagen? Das System hat erhebliche Tücken: In der Praxis scheitert es oft, weil es gerade diejenigen Kunden überfordert, die wir am dringendsten schützen wollen.“

Eine Reform des Finanzvertriebs, etwa ein Provisionsverbot, lehnte Branson gleichwohl eher ab. „Das wäre ein starker Eingriff in den Markt. Die Frage ist, ob es ohne Provisionen Beratungslücken gäbe, weil viele sich eine bezahlte Beratung nicht leisten können oder wollen. Es ist Sache der Politik, darüber zu entscheiden.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bafin (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Bafin sieht erhebliche Risiken für Privatanleger bei offenen Immobilienfonds.
  • Zweifel an der Risikoeinstufung offener Immobilienfonds in Risikoklasse eins.
  • Zwei kleinere Immobilienfonds verweigerten Rücknahme von Anteilen.

Warum ist das wichtig?

  • Risiken für Privatanleger bei offenen Immobilienfonds und anderen Finanzprodukten sind erheblich.
  • Zweifel an der Einstufung von offenen Immobilienfonds in Risikoklasse eins.
  • Notwendigkeit für fairen Verkauf und verständliche Beratung.

Wer ist betroffen?

  • Privatanleger
  • Anbieter von offenen Immobilienfonds
  • Volksbanken und Sparkassen

Zahlen/Fakten?

  • Offene Immobilienfonds gelten nicht immer als risikoarm, trotz Einstufung in Risikoklasse eins.
  • Zwei kleinere Immobilienfonds hatten zuletzt die Rücknahme von Anteilen verweigert.
  • Bafin-Chef äußert Zweifel an der Wirksamkeit der Protokollierungspflichten für den Kundenschutz.

Wie geht’s weiter?

  • Bafin will Risikoinformationen zu offenen Immobilienfonds klarer kommunizieren.
  • Weitere Risikobewertungen von Anbietern sind zu erwarten.
  • Diskussion über mögliche Reformen im Finanzvertrieb bleibt offen.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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