Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaftspolitik der SPD in Berlin
Berlin () – Die SPD fordert, hohe Vermögen mehr zur Finanzierung des Gemeinwesens heranzuziehen. „Ungleichheit und Steuerungerechtigkeit erzeugen Ärger“, heißt es in einem Beschlussentwurf für die Parteivorstandsklausur zur Wirtschaftspolitik, über den die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.
Es sei ein Problem, wenn große Teile der Gesellschaft kaum oder kein Vermögen besäßen und gleichzeitig das reichste ein Prozent der Bevölkerung mehr Vermögen als große Teile der Bevölkerung zusammen. Um dies zu ändern, sei das Steuersystem ein zentraler Hebel. „Wer mehr hat, kann und soll mehr beitragen“, heißt es in dem Papier. Dies gelte nicht, „wenn Multimillionen- und Milliardenerbschaften oft sehr niedrig oder gar nicht besteuert werden, während normale Erbschaften die Steuer zahlen“. Nötig sei außerdem, kleine und mittlere Einkommen bei der Einkommensteuer zu entlasten. Spitzenvermögen müsse man „fairer besteuern“.
Eindringlich warnt die SPD in ihrem Wirtschafts-Papier vor Einschnitten in den Sozialstaat und nimmt dabei indirekt den Koalitionspartner Union in den Blick. „Wer Wettbewerbsfähigkeit und Standortpolitik auf Lohndrückerei und Sozialstaatsabbau verengt – auf pauschal niedrigere Lohnkosten, auf Sozialkürzungen oder auf eine Politik, die Beschäftigte für ihre Lebensentscheidungen abwertet – setzt auf Rezepte der 1980er-Jahre“, heißt es „Diese Rezepte waren schon damals falsch. Doch heute wirken sie erst recht nicht mehr und werden den Herausforderungen an unser Wirtschaftsmodell nicht gerecht.“ Es habe sich gezeigt, dass Steuersenkungswettbewerbe dazu führten, dass es weniger Geld für Infrastruktur gebe und die Ungleichheit wachse. Der Ruf nach dem Abbau des Sozialstaats und die plakative Forderung nach Mehrarbeit von Arbeitnehmern sei ein alter Reflex.
Indirekt kritisiert die SPD insbesondere den Vorstoß des Unions-Wirtschaftsflügels, das Recht auf Teilzeit einzuschränken. „Wer Teilzeit pauschal diffamiert, verkennt die Realität von Familien, Pflege, Weiterbildung und Gesundheit“, heißt es in dem Papier. Ein Fokus müsse darauf liegen, Frauen und Männern, die gerne mehr arbeiten wollten, dies zu ermöglichen. Dazu gehöre der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten sowie Arbeitszeitmodelle, die die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf erleichterten.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | SPD-Logo (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- SPD fordert höhere Besteuerung von Vermögen zur Finanzierung des Gemeinwesens
- Kritik an Ungleichheit und Steuerungerechtigkeit, insbesondere bei Erbschaften
- Warnung vor Einschnitten im Sozialstaat und Kritik an den Ansichten des Unions-Wirtschaftsflügels zur Teilzeitarbeit
Warum ist das wichtig?
- Hohe Vermögen sollen stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden.
- Ungleichheit und Steuerungerechtigkeit führen zu sozialem Unmut und erfordern eine Reform des Steuersystems.
- Soziale Schnitte sind nicht nachhaltig und gefährden den Sozialstaat.
Wer ist betroffen?
- große Teile der Gesellschaft mit geringem Vermögen
- das reichste ein Prozent der Bevölkerung
- Arbeitnehmer in Teilzeit
Zahlen/Fakten?
- Hohe Vermögen sollen stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden.
- Das reichste 1% besitzt mehr Vermögen als große Teile der Bevölkerung zusammen.
- Nötig sei eine fairere Besteuerung von Spitzenvermögen und eine Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen.
Wie geht’s weiter?
- Hohe Vermögen stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens heranziehen
- Fairere Besteuerung von Spitzenvermögen und Erbschaften fordern
- Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten und flexiblen Arbeitszeitmodellen für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
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