Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Sozialreformen in Berlin: Herausforderungen für Kommunen
Berlin () – Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Achim Brötel, hat sich hinter die Reformempfehlungen der Sozialstaatskommission gestellt, aber zugleich geringere Pflichten für die Kommunen im Sozialbereich gefordert. „Die Landkreise stehen für eine kraftvolle Umsetzung der Empfehlungen bereit“, sagte Brötel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittagausgabe). „Unverändert bleibt allerdings: Eine Lösung der dramatischen kommunalen Finanzlage ist damit noch nicht verbunden“, bemängelte er.
Notwendig seien weitere Reformen, auch dort „wo aktuell die großen Kostentreiber sind“, mahnte der kommunale Spitzenvertreter, der auch Landrat im Neckar-Odenwald-Kreis ist. „In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Eingliederungshilfe, die Kinder- und Jugendhilfe sowie die Hilfe zur Pflege zu nennen.“
Die von der Kommission empfohlene Zusammenführung von Sozialleistungen befürwortete Brötel jedoch. „Ein einheitliches Sozialleistungssystem mit weniger Zuständigkeiten und Schnittstellen bietet einen Mehrwert für alle: Es erleichtert den Menschen den Zugang zu Unterstützung und es entlastet zugleich die Verwaltung“, sagte er. „Gerade die Zusammenführung von Wohngeld, Kinderzuschlag, Bürgergeld und Sozialhilfe wird deutlich mehr Übersicht schaffen und Brüche im Leistungsbezug vermeiden.“
Die Ausgaben der Kommunen für die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen sind laut Zahlen des Landkreistags im Jahr 2024 um 13,6 Prozent gestiegen, die Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe um 17,1 Prozent. Der Anstieg von Sozialausgaben trug zu dem wachsenden Finanzierungsdefizit der Kommunen bei. Diese dürfte nach verbreiteter Einschätzung im abgelaufenen Jahr auf rund 30 Milliarden Euro gewachsen sein.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Vier junge Leute auf einer Treppe (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Achim Brötel unterstützt Reformempfehlungen der Sozialstaatskommission.
- Er fordert geringere Pflichten für Kommunen im Sozialbereich.
- Kommunale Ausgaben für Eingliederungshilfe und Kinder- und Jugendhilfe steigen.
Warum ist das wichtig?
- Reformempfehlungen sollen kommunale Finanzlage verbessern
- Zusammenführung von Sozialleistungen erleichtert Zugang und reduziert Bürokratie
- Steigende Ausgaben führen zu weiterem Finanzierungsdefizit der Kommunen
Wer ist betroffen?
- Landkreise
- Menschen mit Behinderungen
- Kinder und Jugendliche
Zahlen/Fakten?
- Ausgaben für Eingliederungshilfe 2024: +13,6 Prozent
- Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe 2024: +17,1 Prozent
- Finanzierungsdefizit der Kommunen 2022: ca. 30 Milliarden Euro
Wie geht’s weiter?
- Umsetzung der Reformempfehlungen der Sozialstaatskommission
- Notwendigkeit weiterer Reformen in Kostentreiberbereichen
- Zusammenführung von Sozialleistungen zur Entlastung der Verwaltung
