Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Rechtsextremismus und Justiz in Karlsruhe
Karlsruhe () – Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilungen von vier Angeklagten wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an der rechtsextremistischen Kampfsportgruppe „Knockout 51“ weitgehend bestätigt. Das teilte das Gericht am Donnerstag mit.
Das Oberlandesgericht Thüringen hatte die Angeklagten unter anderem wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu mehrjährigen Gesamtfreiheitsstrafen beziehungsweise einen von ihnen zu einer Jugendstrafe verurteilt. Der Generalbundesanwalt hatte dagegen Revision eingelegt, um die Kampfsportgruppe nicht als kriminelle, sondern als terroristische Vereinigung einzustufen. Der Bundesgerichtshof schloss sich seiner Argumentation jedoch nicht an.
Nach Angaben des Oberlandesgerichts hatten drei der Angeklagten im Jahr 2019 eine „rechtsextremistische, auf Eisenach bezogene Kampfsportgruppe“ gegründet. Die Gruppe bestand aus zehn bis 15 Mitgliedern und „bezweckte körperliche Auseinandersetzungen und Gewalt zum Nachteil von dem `feindlichen` Spektrum zugerechneten Personen, etwa Polizeibeamten sowie politischen Gegnern, und dem `asozialen Milieu` zugeordneten Menschen“, so das Gericht.
Die Ausübung von Kampfsport soll demnach zur Vorbereitung für reale Kampfsituationen gedient haben. Im Zusammenhang mit der Gruppierung begingen die Angeklagten einzeln oder mit anderen „eine Vielzahl von Straftaten, insbesondere – teils gefährliche – Körperverletzungen“, stellte das Thüringer Oberlandesgericht fest. Bei zwei Angeklagten seien mehrere Waffen oder Waffenteile sichergestellt worden, hieß es.
Die Überprüfung des Urteils durch den dritten Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat keinen Rechtsfehler ergeben. Allerdings haben die Rechtsmittel des Generalbundesanwalts teilweise Erfolg: Die Strafbarkeit eines Angeklagten wegen eines schwereren Waffendeliktes sei nicht auszuschließen, hieß es. Zudem sei bei einem anderen Angeklagten ein zu geringer Rahmen für die bemessene Jugendstrafe herangezogen worden. Ein anderer Strafsenat des Thüringer Oberlandesgerichts muss sich nun in Bezug auf einen der Angeklagten nochmals mit dem Schuldspruch zu befassen und hinsichtlich zweier weiterer Angeklagter allein die Strafen neu bemessen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundesgerichtshof (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Bundesgerichtshof bestätigt Verurteilungen von vier Angeklagten der rechtsextremistischen Kampfsportgruppe "Knockout 51".
- Angeklagte wurden wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt.
- Generalbundesanwalt wollte Einstufung als terroristische Vereinigung, Gericht lehnte dies ab.
Warum ist das wichtig?
- Bestätigung der Verurteilungen stärkt rechtstaatliche Maßnahmen gegen Extremismus.
- Verurteilung von Mitgliedern rechtsextremer Gruppen sendet ein Zeichen der Null-Toleranz.
- Bedeutsam für die öffentliche Sicherheit und den Schutz demokratischer Werte.
Wer ist betroffen?
- Vier Angeklagte
- Mitglieder der Kampfsportgruppe "Knockout 51"
- Betroffene Personen aus dem "feindlichen" Spektrum und "asozialem Milieu"
Zahlen/Fakten?
- Vier Angeklagte wurden wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an "Knockout 51" verurteilt.
- Die Gruppe hatte zehn bis 15 Mitglieder und zielte auf Gewalt gegenüber "feindlichen" Personen ab.
- Bei zwei Angeklagten wurden mehrere Waffen oder Waffenteile sichergestellt.
Wie geht’s weiter?
- Überprüfung des Urteils durch einen anderen Strafsenat des Thüringer Oberlandesgerichts
- Neue Bemessung der Strafen für zwei Angeklagte
- Erneute Prüfung des Schuldspruchs für einen Angeklagten
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