Hamburgs Innensenator warnt vor Abhängigkeit von US-IT

17. Januar 2026
1 min Lesezeit

Hamburgs Innensenator warnt vor Abhängigkeit von US-IT

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Hamburg: IT-Abhängigkeit und digitale Souveränität

() – Vor dem Hintergrund des Vorgehens der US-Administration hat Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) vor einer starken Abhängigkeit von US-IT gewarnt.

Unternehmen wie Palantir hätten enge Verflechtungen zur aktuellen US-Administration. Durch die Nutzung solcher IT-Produkte entstünden Risiken und Abhängigkeiten. So könnte es zur Einstellung des Supports kommen oder zur Ausleitung von Daten, sagte Grote der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Niemand hat eine Illusion darüber, dass die US-Administration jedes Mittel einsetzen wird, um ihre Interessen durchzusetzen.“ Hamburg nutzt Palantir bisher nicht.

Um die Abhängigkeit von US-IT-Unternehmen zu reduzieren, ist derzeit dabei, die IT seiner gesamten Landesverwaltung auf Open-Source-Produkte umzustellen. „Wir machen das, um digital souverän zu werden“, sagte der zuständige Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU) der FAS. Seinen Angaben nach wurde die E-Mail-Infrastruktur sämtlicher Mitarbeiter der Landesverwaltung von Microsoft zu Open Xchange umgezogen. Das betrifft 44.000 Postfächer. Demnach ist nun auf 80 Prozent der Arbeitsplätze Microsoft Office deinstalliert; sukzessive sollen in den kommenden Jahren auch die Betriebssysteme von Microsoft auf Linux umgestellt werden. Im vergangenen Jahr vermied das Land, 28.000 neue Microsoft-Lizenzen zu erwerben, und sparte so rund 15 Millionen Euro.

Allerdings sind die Ergebnisse durchwachsen. Bei der Umstellung im Herbst kamen E-Mails in der Verwaltung nicht an, teils wurden sie falsch zugestellt. Auch klagen Gerichte weiterhin über Mehrbelastung aufgrund fehlender IT-Lösungen. Laut Mitarbeitern sind die lizenzfreien Produkte teilweise schlechter als jene der großen US-Konzerne. Schrödter widersprach dem gegenüber der FAS: „Die Lösungen, die wir einsetzen, funktionieren hervorragend. Open Source funktioniert so gut wie kommerzielle Software“.

Angesichts der teils durchwachsenen Ergebnisse bezeichnete Hamburgs Innensenator Grote (SPD) den Schritt der Nachbarn als „mutig“. Es sei richtig, stärker auf die Unabhängigkeit von US-Anbietern zu setzen, so Grote gegenüber der FAS. Bisher gebe es in Hamburg keine Überlegungen, die Landesverwaltung auf Open-Source-Software umzustellen. Grote wies aber vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage darauf hin, dass es sein könne, „dass wir in einem Jahr ganz anders darüber sprechen.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Computer-Nutzerin (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Hamburgs Innensenator warnt vor Abhängigkeit von US-IT, insbesondere durch Firmen wie Palantir.
  • Schleswig-Holstein stellt IT seiner Verwaltung auf Open-Source-Produkte um, um digitale Souveränität zu erreichen.
  • Ergebnisse der Umstellung sind durchwachsen, E-Mails wurden teils falsch zugestellt.

Warum ist das wichtig?

  • Warnung vor Abhängigkeit von US-IT-Produkten und den damit verbundenen Risiken
  • Streben nach digitaler Souveränität durch Umstellung auf Open-Source-Produkte
  • Erhöhung der Unabhängigkeit von US-Anbietern in der Landesverwaltung

Wer ist betroffen?

  • Unternehmen wie Palantir
  • Mitarbeiter der Landesverwaltung in Schleswig-Holstein
  • Hamburgs Innensenator Andy Grote

Zahlen/Fakten?

  • Schleswig-Holstein stellt E-Mail-Infrastruktur von Microsoft auf Open Xchange um, betrifft 44.000 Postfächer.
  • 80% der Arbeitsplätze haben Microsoft Office deinstalliert, Umstellung der Betriebssysteme auf Linux geplant.
  • Im letzten Jahr keine 28.000 neuen Microsoft-Lizenzen erworben, Einsparung von rund 15 Millionen Euro.

Wie geht’s weiter?

  • Schleswig-Holstein stellt IT der Landesverwaltung auf Open-Source-Produkte um
  • Hamburg prüft mögliche Umstellung der IT, abhängig von weltpolitischer Lage
  • Fortlaufende Evaluierung der bisherigen Umstellungen und deren Ergebnisse
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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