Wirtschaft: IW warnt vor Flussniedrigwasser
Berlin () – Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fürchtet angesichts des Niedrigwassers in deutschen Flüssen ein Nullwachstum in diesem Jahr und warnt vor einer Rückkehr der Rezession. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts könnte um 0,4 Punkte niedriger als bisher erwartet ausfallen, sagte der Leiter der Abteilung Digitalisierung und Klimawandel im IW, Thilo Schäfer, der „Bild“ (Dienstagausgabe).
Schäfer verwies auf das Jahr 2018. Damals hätten seine Kollegen ausgerechnet, dass „etwa 0,4 Prozent des Wirtschaftswachstums betroffen waren“. Ein längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das „ganz klitzekleine Pflänzchen Wachstum, das wir haben, komplett ersticken“. Grund sei, dass deutlich weniger Waren transportiert werden und damit die Produktion in zahlreichen Branchen gedrosselt werden müsse.
„Für die Wirtschaft bedeutet das echte Lieferengpässe, denn die Schiffe können schon seit einiger Zeit nur noch mit geringerer Beladung den Rhein runterfahren“, sagte Schäfer. Aktuell sehe es so aus, dass beispielsweise in Köln gar keine Schifffahrt mehr stattfinde. „Das heißt, dass wichtige Waren für die Chemie, die Stahlindustrie, für Raffinerien nicht mehr an ihrem Bestimmungsort ankommen.“
Aufgrund der Erderhitzung werden in bestimmten Gebieten Dürren und Niedrigwasser häufiger und heftiger. Durch den Klimawandel ändert sich die Niederschlagsverteilung, sodass Niederschlag seltener und dann in größeren Mengen fällt. Die Situation wird verschärft, solange durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gebracht werden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Institut der deutschen Wirtschaft (IW) (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt wegen Niedrigwassers in deutschen Flüssen vor Nullwachstum und einer möglichen Rückkehr der Rezession
- Ein längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das bisher erwartete Wachstum um etwa 0,4 Prozentpunkte verringern und wichtige Lieferungen nicht mehr rechtzeitig ermöglichen
- In Köln findet laut Institut teilweise keine Schifffahrt mehr statt, was Lieferengpässe in Branchen wie Chemie, Stahlindustrie und Raffinerien zur Folge hat
Warum ist das wichtig?
- Niedrigwasser und eingeschränkte Schifffahrt auf dem Rhein könnten zu Lieferengpässen führen, sodass wichtige Waren für zentrale Branchen (Chemie, Stahl, Raffinerien) nicht mehr ankommen
- Weniger transportierte Güter könnten die Produktion in vielen Bereichen drosseln und damit das Wirtschaftswachstum dieses Jahr deutlich bremsen bzw. Nullwachstum begünstigen
- Damit steigt das Risiko einer Rückkehr der Rezession, weil Wachstumsimpulse zusätzlich durch Klimafolgen wie Dürren und häufigere Niedrigwasser verschärft werden
Wer ist betroffen?
- Wirtschaft in Deutschland, insbesondere Unternehmen, die auf den Gütertransport über den Rhein angewiesen sind
- Branchen wie Chemie, Stahlindustrie und Raffinerien
- Städte/Standorte mit ausfallender Schifffahrt wie Köln
Zahlen/Fakten?
- Wachstum des Bruttoinlandsprodukts könnte um 0,4 Punkte niedriger ausfallen
- etwa 0,4 Prozent des Wirtschaftswachstums waren 2018 betroffen
- längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das Wachstum „komplett ersticken“
Wie geht’s weiter?
- Das IW erwartet wegen des Niedrigwassers in deutschen Flüssen Nullwachstum und warnt vor einer Rückkehr der Rezession
- Ein längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das vorhandene geringe Wachstum abwürgen und Lieferengpässe verursachen
- Betroffene Waren kommen nicht mehr an ihren Bestimmungsort an, etwa für Chemie, Stahlindustrie und Raffinerien, was zu Produktionsdrosselungen führt
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