TKMS will U-Boot-Teile in Spanien bauen

27. Juli 2026
1 min Lesezeit

Wirtschaft: Konsolidierung europäischer Werften in

Kiel () – Der Chef des Marineschiffbauers TKMS, Oliver Burkhard, spricht sich für eine stärkere Konsolidierung der europäischen Werftenindustrie aus.

„Wir müssen unsere Kräfte bündeln und schneller werden – auch mit Blick auf neue Technologien“, sagte Burkhard dem „Handelsblatt“. Er wünsche sich, dass europäische Werftenkonzerne nicht nur bei einzelnen Aufträgen zusammenarbeiten, sondern dass das stärker institutionalisiert werde. „Wir sollten über einen Airbus zur See nachdenken – also eine Art `Seabus`“, so Burkhard.

Mit dem spanischen Unternehmen Navantia ist die börsennotierte Thyssenkrupp-Tochter TKMS bereits eine strategische Partnerschaft für den U-Boot-Bau eingegangen. Man sei in Gesprächen, für künftige Aufträge Teile von U-Booten in bauen zu lassen, wenn der Kunde das erlaube, sagte Burkhard, der seit Mai 2022 Chef von TKMS ist. „Vielleicht machen wir mit Navantia den Anfang, und irgendwann schließen sich weitere Partner unserem Bündnis an.“

Burkhard rechnet fest damit, nach dem U-Boot-Auftrag aus auch mit ins Geschäft zu kommen. Indien leide zwar stark unter den wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs, aber soweit er informiert sei, habe das indische Finanzministerium das Budget für neue U-Boote bereits gebilligt. „Ich gehe daher davon aus, dass wir zum Ende dieses Jahres Unterschriften für die sechs U-Boote sehen, gegebenenfalls mit der Option für drei weitere“, so Burkhard.

Mit dem Aktienkurs seines Unternehmens zeigt sich der Manager zufrieden, auch wenn er weit unter dem Höchstkurs vom Februar dieses Jahres liegt: „Wir können sehr zufrieden sein mit einem Aktienkurs von 80 Euro“, sagte der TKMS-Chef. Die Kursbewegung zeige aber auch, „dass einige Aktionäre offenbar derzeit noch nicht so sehr an der langfristigen Entwicklung der TKMS teilhaben wollen, sondern eher noch mehr an der eigenen Rendite interessiert sind“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Spanische Fahne (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

TKMS will U-Boot-Teile in Spanien bauen

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Oliver Burkhard, Chef von TKMS, fordert eine stärkere Konsolidierung der europäischen Werftenindustrie und eine stärker institutionalierte Zusammenarbeit zwischen europäischen Werften
  • TKMS arbeitet bereits mit Navantia im U-Boot-Bau zusammen; künftig sollen Teile von U-Booten in Spanien gebaut werden und weitere Partner dem Bündnis folgen
  • Burkhard erwartet nach einem U-Boot-Auftrag aus Kanada auch Geschäfte mit Indien und rechnet bis zum Jahresende mit Unterschriften für sechs U-Boote, ggf. mit Optionen für drei weitere

Warum ist das wichtig?

  • Bündelung der Kräfte und stärker institutionalierte Zusammenarbeit europäischer Werften könnten die Industrie effizienter machen und helfen, mit neuen Technologien schneller zu werden
  • Durch Partnerschaften wie TKMS mit Navantia könnten künftig Bauanteile von U-Booten in Spanien realisiert werden, um Aufträge besser umzusetzen
  • Die erwarteten neuen U-Boot-Aufträge aus Indien nach kanadischem Auftrag könnten den Ausbau der Produktions- und Geschäftsperspektiven von TKMS vorantreiben

Wer ist betroffen?

  • TKMS-Chef Oliver Burkhard
  • Europäische Werftenkonzerne und deren Industrie
  • Indisches Finanzministerium (Genehmigung des Budgets für neue U-Boote)

Zahlen/Fakten?

  • Oliver Burkhard ist seit Mai 2022 Chef von TKMS
  • 6 U-Boote bis zum Ende dieses Jahres, ggf. Option für 3 weitere
  • Aktienkurs von 80 Euro

Wie geht’s weiter?

  • Europäische Werften sollen stärker und institutionalisierter zusammenarbeiten, nach dem Modell „Airbus zur See“
  • Mit Navantia könnten als nächster Schritt weitere Partner ins Bündnis für künftige U-Boot-Aufträge kommen
  • Nach dem kanadischen U-Boot-Auftrag rechnet TKMS auch mit Indien, dort werden noch in diesem Jahr Unterschriften für sechs U-Boote erwartet
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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