Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesundheitspolitik in Deutschland: Krankmeldereform
Berlin () – Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat die geplante Rückkehr zur Krankmeldepflicht ab dem ersten Krankheitstag verteidigt. Er wies auf angebliche auffällige Häufungen von Fehltagen zu Wochenbeginn und Wochenende hin.
„Also ich gehe zunächst einmal davon aus, dass jeder, der nicht zur Arbeit kommt, auch krank ist“, sagte Frei am Freitag den Sendern RTL und ntv. „Aber Fakt ist eben auch, dass die Zahl der Krankheitstage in Deutschland etwa doppelt so hoch ist wie in Frankreich, dass sie in den vergangenen Jahren massiv angestiegen ist. Und deswegen kommt es darauf an, dass das auch von Ärzten, die die Patienten kennen, testiert wird.“
Auf die Frage, ob er Schätzungen oder Berechnungen dazu habe, wie viele Menschen ohne Krankheit zu Hause blieben und dadurch Arbeitskraft verloren gehe, antwortete Frei: „Darüber will ich nicht spekulieren. Das wäre glaube ich auch der Sache nicht gerecht werdend. Aber Fakt ist eben, dass wir insbesondere zu Wochenstart und Wochenende besonders viele Krankheitstage haben. Das kann man, meine ich, nicht medizinisch erklären.“ Warnungen von Hausärzten vor überfüllten Praxen wies Frei zurück. Die Situation sei eine, „mit der die Hausärzte in der Vergangenheit ja sehr gut zurechtgekommen sind“. Bei Problemen gebe es „immer auch die Chance zur Nachsteuerung“.
Die Pläne müsse man jetzt gesetzgeberisch umsetzen und dafür eine pragmatische Lösung finden. In vielen Bereichen gebe es zudem Lösungen, bei denen Tarifpartnern und Unternehmen viele Spielräume gelassen würden. „Uns geht es darum, dass diejenigen, die krank sind, das vom Arzt auch testiert haben. Ich glaube, das ist nicht zu viel verlangt“, so Frei.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Kanzleramtsminister Thorsten Frei verteidigt Rückkehr zur Krankmeldepflicht ab erstem Krankheitstag.
- Berichtet über hohe Fehltage, insbesondere zu Wochenbeginn und Wochenende, und deren Anstieg in Deutschland.
- Widerspricht Warnungen von Hausärzten bezüglich überfüllter Praxen.
Warum ist das wichtig?
- Erhöhung der Krankmeldungspflicht zur Reduzierung von Fehltagen
- Ziel, die Authentizität von Krankmeldungen zu verbessern
- Vergleich zu anderen Ländern soll für eine Reform sensibilisieren
Wer ist betroffen?
- Arbeitnehmer, die krank sind
- Ärzte, die Patienten testen
- Tarifpartner und Unternehmen
Zahlen/Fakten?
- Zahl der Krankheitstage in Deutschland etwa doppelt so hoch wie in Frankreich
- Anzahl der Krankheitstage in den letzten Jahren massiv angestiegen
- Häufungen von Fehltagen insbesondere zu Wochenbeginn und Wochenenden
Wie geht’s weiter?
- Gesetzgeberische Umsetzung der Krankmeldepflicht ab dem ersten Krankheitstag
- Suche nach pragmatischen Lösungen mit Tarifpartnern und Unternehmen
- Fokus auf ärztliche Testierung der Krankmeldung
- Wassersportler vor Friedrichshafen in Seenot gerettet - 18. Juli 2026
- Zwei Schwerverletzte bei Unfall in Selfkant-Hillensberg - 18. Juli 2026
- DB-Sicherheitsmitarbeiter bei Auseinandersetzung aus fahrendem Zug gestürzt - 18. Juli 2026
