Thüringen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Erfurt: Rassistische Drohbriefe in Thüringen
Erfurt () – Die Polizei in Thüringen ermittelt wegen 19 Briefen mit rassistischem Inhalt. Wie die „taz“ am Freitag berichtet, seien diese im Mai unter anderem bei Bildungseinrichtungen, Sportvereinen und kommunalen Verwaltungen eingegangen.
Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken in Thüringen, Christian Schaft, hat einen solchen Brief erhalten.
Teilweise steht in den Schreiben die Bezeichnung „NSU 2.0“, wie die Landespolizeidirektion Thüringen der „taz“ bestätigte. In allen Fällen würden demnach Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung geführt.
Als Absender war auf den Briefen der Thüringer Bildungsminister Christian Tischner (CDU) samt Ministeriumsadresse angegeben.
Laut „taz“ steht er aber nicht im Verdacht, die Briefe verfasst oder verschickt zu haben. Aus seinem Ministerium heißt es auf Anfrage der Zeitung, man habe alle bekannt gewordenen Schreiben an die Polizei weitergegeben.
Weiter könne man sich aufgrund der Ermittlungen nicht äußern.
Die Briefe enthalten vor allem rassistische Schmähungen gegen den Islam. Es wird an mehreren Stellen zum Mord an Muslimen und Muslimas aufgerufen.
Zudem wird Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an vielen Stellen beleidigt. Das „deutsche Volk“ wird hingegen in heroisierender Weise dargestellt und Adolf Hitler als Patriot bezeichnet.
Laut Christian Schaft wurde in dem Brief an die Linksfraktion im Thüringer Landtag gefordert, Menschen islamischen Glaubens und die, die sie unterstützen, mit „Zyklob B“ zu töten.
In diesem Brief tauche zudem die Bezeichnung „NSU 2.0“ auf, sagte Schaft der Zeitung. Der Fraktionsvorsitzende interpretiert das als Morddrohung.
Die Linken habe deshalb die Ermittlungsbehörden eingeschaltet.
CDU und SPD im Thüringer Landtag meldeten auf Anfrage der Zeitung zurück, ihnen seien keine solchen Briefe bekannt. BSW und AfD ließen eine kurzfristige Anfrage unbeantwortet.
Die Abkürzung „NSU 2.0“ bezieht sich auf den selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrund“, eine Gruppe, die zwischen 2000 und 2007 deutschlandweit zehn Menschen ermordeten hat, neun davon mit Migrationsgeschichte.
Das NSU-Kerntrio kam gebürtig aus Thüringen.
Zwischen 2018 und 2021 gab es bereits eine Serie von Drohbriefen, die mit „NSU 2.0“ unterschrieben waren. Insgesamt sind mehr als 150 Briefe bekannt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Polizei (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Polizei ermittelt wegen 19 rassistischer Briefe, die im Mai eingingen.
- Absender ist der Thüringer Bildungsminister Christian Tischner, der jedoch nicht verdächtigt wird.
- Briefe enthalten Aufrufe zu Gewalt gegen Muslime und beleidigen Angela Merkel.
Warum ist das wichtig?
- Aufdeckung rassistischer Hetze und Bedrohungen
- Ermittlung wegen Volksverhetzung zeigt rechtliche Relevanz
- Historische Bezüge zur NSU-Problematik verdeutlichen gesellschaftliche Gefahren
Wer ist betroffen?
- Bildungseinrichtungen
- Sportvereine
- Kommunale Verwaltungen
Zahlen/Fakten?
- 19 rassistische Briefe in Thüringen ermittelt
- Bezeichnung "NSU 2.0" in den Schreiben
- Mehr als 150 Drohbriefe zwischen 2018 und 2021 bekannt
Wie geht’s weiter?
- Fortsetzung der Ermittlungen durch die Polizei wegen Volksverhetzung
- Analyse und Auswertung der erhaltenen Briefe
- Mögliche Maßnahmen zur Aufklärung der Absenderidentität
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