Prien offen für Gesetz gegen Bildschirmzeit für Kleinkinder

30. Mai 2026
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Prien offen für Gesetz gegen Bildschirmzeit für Kleinkinder

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaft: Bildschirmzeiten von Kindern in Deutschland

() – Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will Eltern bei der Begrenzung der Bildschirmzeiten ihrer Kinder stärker in die Pflicht nehmen. Es müsste eigentlich gesellschaftlicher Standard sein, dass Kinder unter drei Jahren überhaupt keinen Kontakt zu digitalen Endgeräten haben, sagte Prien der „Welt am Sonntag“.

Um das zu erreichen, könne man über gesetzliche Regelungen zumindest nachdenken. Man regele ja auch andere Pflichten von Eltern im Bürgerlichen Gesetzbuch, etwa die gewaltfreie Erziehung, sagte die CDU-Politikerin.

Der Staat solle zwar nicht ins Kinderzimmer hineinregieren, so die Ministerin. Aber man müsse Eltern viel deutlicher sagen, welche Folgen ihr Verhalten für die Entwicklung ihrer Kinder habe. „Wir sehen dramatische Folgen – übrigens nicht nur, weil Kinder ständig am Bildschirm hängen, sondern auch, weil Eltern es tun.“

Über das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz will die Familien- und Bildungsministerin zudem regeln, dass rund um den vierten Geburtstag alle Kinder auf ihren Sprach- und Entwicklungsstand untersucht werden. „Wir sehen immer mehr Entwicklungsverzögerungen – nicht nur sprachlich, sondern auch sozial-emotional. Selbstregulation ist ein großes Thema“, so Prien.

Kinder mit besonderem Förderbedarf müssten gezielt gefördert werden, besonders im Jahr vor der Schule. „Ich halte das für einen echten Gamechanger im Bildungssystem.“ Über eine mögliche Kita-Pflicht müssten die Länder aber selbst entscheiden. Manche setzten auf ein verpflichtendes Kita-Jahr, andere auf vorgezogene Schulpflicht. Prien erklärte, sie finde nicht, dass der Bund den Ländern das detailliert vorschreiben sollte.

Mit Blick auf die schlechten Ergebnisse im IQB-Bildungstrend sagte Prien, sie arbeite gemeinsam mit den Ländern derzeit daran, wie die Trendwende gelingen könne. Wichtig sei vor allem die Konzentration auf basale Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. „Zudem wollen wir den Leistungsstand regelmäßig mit Daten erheben“, so Prien. „Wir können es uns nicht leisten, dass etwa ein Viertel der Kinder in die Grundschule verlässt, ohne richtig lesen zu können. Das ist einfach nicht hinnehmbar.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Kinder (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Bundesfamilienministerin Karin Prien fordert stärkere Verantwortung der Eltern bei der Bildschirmzeitbegrenzung ihrer Kinder.
  • Prien plant gesetzliche Regelungen zur Untersuchung des Sprach- und Entwicklungsstands von Kindern rund um den vierten Geburtstag.
  • Sie fordert eine Fokussierung auf basale Kompetenzen im Bildungssystem und regelmäßige Leistungsstandserhebungen.

Warum ist das wichtig?

  • Begrenzung der Bildschirmzeiten wichtig für die gesunde Entwicklung von Kindern
  • Frühe Sprach- und Entwicklungsuntersuchungen sollen Entwicklungsverzögerungen entgegenwirken
  • Fokus auf basale Kompetenzen im Bildungssystem notwendig für bessere Bildungsergebnisse

Wer ist betroffen?

  • Eltern von Kindern unter drei Jahren
  • Kinder mit besonderem Förderbedarf
  • Kinder im Jahr vor der Schule

Zahlen/Fakten?

  • Kinder unter drei Jahren sollten keinen Kontakt zu digitalen Endgeräten haben.
  • Rund um den vierten Geburtstag sollen alle Kinder auf ihren Sprach- und Entwicklungsstand untersucht werden.
  • Ein Viertel der Kinder in Deutschland verlässt die Grundschule, ohne richtig lesen zu können.

Wie geht’s weiter?

  • Eltern sollen stärker in die Pflicht genommen werden, um Bildschirmzeiten zu begrenzen.
  • Gesetzliche Regelungen zu digitalen Endgeräten für Kleinkinder sollen in Betracht gezogen werden.
  • Analyse des Sprach- und Entwicklungsstands von Kindern rund um den vierten Geburtstag wird eingeführt.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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