Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Cyberabwehr in Deutschland: Kontroversen und Bedenken
Berlin () – Die Pläne der Bundesregierung, mehreren Sicherheitsbehörden zu erlauben, bei Cyberangriffen zurückzuschlagen, stoßen in Regierung und Opposition auf Skepsis.
„Ich persönlich bin kein Anhänger davon, möglichst viele Behörden mit solchen Kompetenzen auszustatten“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe) sowie den Sendern WDR und NDR. Es müsse darum gehen, Schnittstellen und unklare Kompetenzen gering zu halten und möglichst wenige Behörden herausragend gut auszustatten, damit sie im Ernstfall Cyberangriffe erfolgreich abwehren könnten. Warum die Bundespolizei das neben dem BKA auch können sollte, müsse im parlamentarischen Verfahren noch geklärt werden.
Auch der Grünen-Politiker Konstantin von Notz warnte vor zusätzlichen Risiken statt neuer Sicherheit. Die Gefahren eines Zuständigkeits-Wirrwarrs seien riesig. BKA und Bundespolizei hätten Know-how aufgebaut, der Verfassungsschutz und die Länder auch. „Am Ende muss jemand den Hut aufhaben und die rechtliche und politische Verantwortung übernehmen“, forderte er. Mittel und Verantwortlichkeiten müssten in jedem Moment ganz klar sein.
Die Pläne der Regierung für eine Neuordnung der Cyberabwehr gehen laut SZ, WDR und NDR dabei noch über die von Innenminister Alexander Dobrindt am Mittwoch vorgestellten Möglichkeiten für BKA und Bundespolizei hinaus. Denn zusätzlich soll das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ermächtigt werden, auf die Infrastruktur von Cyberangreifern „hemmend einzuwirken“. So steht es in einem Papier des Innenministeriums, aus dem die Medien berichten.
Geplant sei, Angriffswerkzeuge „schadensverhindernd zu manipulieren“ und „ablenkende Fehlinformationen zuzuspielen“. Notwendig werde das, weil das BfV in derartigen Situationen häufig Informationen von ausländischen Agenten erhalte, die nicht an die Polizei weitergegeben werden dürften, wird in dem Ministeriumspapier argumentiert.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundeskriminalamt (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Skepsis innerhalb der Regierung und der Opposition zu Cyberabwehrplänen der Bundesregierung.
- SPD und Grüne warnen vor zusätzlichem Zuständigkeitswirrwarr und fordern klare Verantwortlichkeiten.
- BfV soll ermächtigt werden, aktiv in Cyberangriffe einzugreifen, über bestehende Kompetenzen von BKA und Bundespolizei hinaus.
Warum ist das wichtig?
- Skepsis in Regierung und Opposition bezüglich erweiterter Befugnisse für Sicherheitsbehörden
- Gefahr eines Zuständigkeits-Wirrwarrs und unklarer Kompetenzen
- Notwendigkeit klarer Verantwortlichkeiten und effektiver Cyberabwehr
Wer ist betroffen?
- Bundesregierung
- Sicherheitsbehörden
- Cyberangreifer
Zahlen/Fakten?
- Bundesregierung plant, mehreren Sicherheitsbehörden bei Cyberangriffen Rückschläge zu erlauben
- Innenministerium schlägt vor, Bundesamt für Verfassungsschutz für Cyberabwehr zu ermächtigen
- Geplante Maßnahmen beinhalten Manipulation von Angriffswerkzeugen und Ablenkung mit Fehlinformationen
Wie geht’s weiter?
- Klärung der Zuständigkeiten und Kompetenzen im parlamentarischen Verfahren
- Festlegung der Verantwortlichkeiten und Mittel für Cyberabwehr
- Berücksichtigung der Risiken durch zusätzliche Behördenhandlungen
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