Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Energiepolitik in der EU: Methanverordnung 2024
Brüssel () – Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten einen internen Leitfaden vorgelegt, wie sie Verstöße gegen die neue Methanverordnung ahnden sollen. Wie das sogenannte Non-Paper zeigt, über das der „Spiegel“ berichtet, sollen Strafen gegen Öl- und Gaskonzerne ausgesetzt, gestreckt oder verschoben werden dürfen, wenn sie die Energieversorgung gefährden könnten.
Sanktionen sollen erst greifen, wenn sich die Lage stabilisiert hat. Auch abseits akuter Krisen dürfen Behörden prüfen, ob eine Strafe die Versorgung beeinträchtigen würde. Bußgelder sollen gestreckt, Strafen ausgesetzt oder auf nach der Heizperiode verschoben werden können. Eine Definition, was als Krise gilt, liefert die Kommission nicht. Auch eine zeitliche Begrenzung der Ausnahmen fehlt.
Die Methanverordnung ist seit August 2024 in Kraft. Sie verpflichtet Konzerne, die Emissionen des Klimagases Methan entlang der Lieferkette zu messen und zu reduzieren. Das bedeutet, dass etwa auch Firmen in den USA ihren Methanausstoß bei der Gasgewinnung reduzieren müssen, wenn sie das Gas nach Europa verkaufen wollen. Eigentlich drohen bei Verstößen Bußgelder, Gewinnabschöpfungen und öffentliche Warnungen.
Gaslobbyverbände wie Eurogas hatten seit Monaten auf solche Ausnahmen gedrängt. Bundeswirtschaftsminister Katherina Reiche (CDU) hatte im März die Methanverordnung als mögliches Hindernis für Gaslieferungen bezeichnet. Auch die Trump-Regierung hatte gefordert, die EU solle die Verordnung abschaffen oder entschärfen, weil sie US-Energieexporteure belaste.
„Es ist ein fatales Signal gegenüber dem Druck aus den USA“, sagte die EU-Abgeordnete Jutta Paulus (Grüne) dem „Spiegel“. Das Non-Paper ist rechtlich nicht bindend. Aus solchen informellen Dokumenten können aber verbindliche Leitlinien werden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Schwimmendes LNG-Terminal in Wilhelmshaven (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- EU-Kommission legt internen Leitfaden zur Ahndung von Verstößen gegen die Methanverordnung vor.
- Strafen gegen Öl- und Gaskonzerne können ausgesetzt oder verschoben werden, um die Energieversorgung nicht zu gefährden.
- Gaslobbyverbände drängen auf Ausnahmen; Methanverordnung könnte als Hindernis für Gaslieferungen betrachtet werden.
Warum ist das wichtig?
- Möglichkeit der Aussetzung von Strafen für Öl- und Gaskonzerne kann Energieversorgung stabilisieren
- Methanverordnung soll Emissionen reduzieren und internationale Standards für Gaslieferungen schaffen
- Mögliche Schwächung der Klimaziele durch Druck von Interessengruppen und Lobbyverbänden
Wer ist betroffen?
- Öl- und Gaskonzerne
- Unternehmen in den USA, die Gas nach Europa verkaufen
- EU-Mitgliedstaaten
Zahlen/Fakten?
- Methanverordnung seit August 2024 in Kraft
- Strafen können ausgesetzt, gestreckt oder verschoben werden
- Definition einer Krise und zeitliche Begrenzung der Ausnahmen fehlen
Wie geht’s weiter?
- Strafen gegen Öl- und Gaskonzerne können ausgesetzt oder verschoben werden
- Sanktionen treten erst nach Stabilisierung der Lage in Kraft
- Verfahren zur Prüfung von Strafen auch außerhalb akuter Krisen möglich
- US-Börsen lassen nach – Ölpreis sinkt weiter - 7. Mai 2026
- Trump setzt EU Frist für Zoll-Regelung bis zum Independence Day - 7. Mai 2026
- Klima: EU plant auf Druck von Trump Ausnahmen von Methanverordnung - 7. Mai 2026
