Studie: Bei Kommunen kommen nur 12 Prozent des Sondervermögens an

16. April 2026
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Studie: Bei Kommunen kommen nur 12 Prozent des Sondervermögens an

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Kommunale Finanzen in Deutschland unter Druck

München () – Von den schuldenfinanzierten Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz kommen nur rund zwölf Prozent bei den Kommunen an. Dies zeigt eine neue Studie des Münchener Ifo-Instituts.

„Die Bundesländer erhalten insgesamt 100 Milliarden Euro. Von diesem Anteil geben sie etwa 60 Prozent an die Kommunen weiter. Das steht in keinem Verhältnis zum Investitionsanteil der Kommunen, der über die Hälfte aller öffentlichen Investitionen ausmacht. Der Anteil der Länder an den öffentlichen Gesamtinvestitionen beträgt 17 Prozent“, sagte Ifo-Forschungsprofessor Sebastian Blesse von der Universität .

„Angesichts der problematischen Finanzlage der Kommunen in Deutschland dürften die Mittel aus dem Sondervermögen kaum zusätzliche Wachstumsimpulse entfalten, sondern allenfalls den aktuellen Rückgang der kommunalen Investitionen bremsen“, sagte Mario Hesse, Ökonom an der Universität Leipzig und Co-Autor der Studie.

Von dem Geld, das die Länder aus dem Sondervermögen erhalten, geben Nordrhein-Westfalen 68 Prozent, Baden-Württemberg 67 Prozent, Hessen und Schleswig-Holstein jeweils 63 Prozent an die Kommunen weiter. Rheinland-Pfalz stockt die Mittel aus den Sondervermögen mit weiteren Landesmitteln auf und gibt dadurch sogar 72 Prozent an die Kommunen weiter. Für und Sachsen belaufen sich die Anteile auf 60 bis 70 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und das geben jeweils etwa 60 Prozent der Gelder aus dem Sondervermögen weiter. Brandenburg kommt wegen Vorwegabzügen für Gesundheitsversorgung und Digitalisierung lediglich auf 50 Prozent. hat aufgrund eines separaten Finanzpakets für die Kommunen erst sehr spät Position bezogen und wird zunächst nur 43 Prozent seines Anteils am Sondervermögen an die Kommunen weitergeben.

Die Verteilung der Mittel auf die Länder erfolgt in Anlehnung an den Königsteiner Schlüssel zu einem Drittel nach der Einwohnerzahl und zu zwei Dritteln nach der Finanzkraft im bundesstaatlichen Finanzausgleich. Dies führt dazu, dass die finanzstarken Bundesländer einen erstaunlich hohen Anteil am Gesamtpaket erhalten: Ein Drittel der 100 Milliarden entfallen auf , Bayern und Baden-Württemberg. Bei der Verteilung innerhalb der Länder auf die einzelnen Kommunen kommen vorrangig pauschale Verteilungsmechanismen zum Einsatz. Auf bürokratische Antragsverfahren wird nur in einem geringen Umfang gesetzt. Dies erhöht die Chancen, dass die Mittel aus dem Sondervermögen schnell vor Ort wirken können.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Rathaus (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Nur rund zwölf Prozent der schuldenfinanzierten Mittel des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz kommen bei den Kommunen an.
  • Die Bundesländer erhalten 100 Milliarden Euro, geben aber nur etwa 60 Prozent davon an die Kommunen weiter.
  • Finanzstarke Bundesländer erhalten einen hohen Anteil am Gesamtpaket, während finanzschwache Länder weniger Mittel verteilen.

Warum ist das wichtig?

  • Ungleiche Verteilung der Mittel führt zu unzureichender kommunaler Finanzierung
  • Kommunen haben großen Anteil an öffentlichen Investitionen, erhalten aber nur geringfügige Mittel
  • Prozess der Mittelverteilung könnte schnellere Unterstützung für Kommunen ermöglichen

Wer ist betroffen?

  • Kommunen in Deutschland
  • Finanzstarke Bundesländer (z.B. Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg)
  • Bundesländer, die Mittel an Kommunen weitergeben (z.B. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg)

Zahlen/Fakten?

  • 100 Milliarden Euro erhalten die Bundesländer insgesamt aus dem Sondervermögen.
  • Nur rund 12 Prozent der Mittel kommen bei den Kommunen an.
  • Nordrhein-Westfalen gibt 68 Prozent der erhaltenen Gelder an die Kommunen weiter.

Wie geht’s weiter?

  • Weitere Prüfung der Mittelverteilung zwischen Ländern und Kommunen
  • Beobachtung der kommunalen Investitionsentwicklung
  • Analyse der Auswirkungen auf die Finanzlage der Kommunen
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