GKV-Spitzenverband lehnt Reduzierung von Krankenkassen ab

14. April 2026
1 min Lesezeit

GKV-Spitzenverband lehnt Reduzierung von Krankenkassen ab

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Politikdiskussion zur Gesundheitsreform in Berlin

() – Die Forderung von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, die Zahl der gesetzlichen Krankenversicherungen drastisch zusammenzustreichen, sorgt in der Gesundheitsbranche für heftige Kritik.

„Hier wird mal wieder eine Debatte ohne Hand und Fuß geführt, die an der Realität völlig vorbeigeht“, sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, dem „Stern“. „Herr Linnemann hat offenbar den Bericht der Finanzkommission Gesundheit nicht gelesen, der deutlich herausarbeitet, dass der Anteil der Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben seit Jahren sinkt.“ Blatt sagte weiter: „Wir erwarten von der Politik die Kraft zu echten Strukturreformen und nicht die Flucht in Scheindebatten.“

Linnemann hatte am Morgen gefordert, im Zuge der Gesundheitsreform die Zahl der Krankenkassen zu reduzieren. „Zehn Krankenkassen in reichen“, sagte Linnemann den Sendern RTL und ntv. Die vielen Kassen würden aktuell in der Regel die gleichen Leistungen anbieten und damit einen großen Verwaltungsaufwand produzieren. „Wenn ich sehe, dass da Milliarden ausgegeben werden für nichts, weil es keinen Wettbewerb gibt, dann müssen wir da ran, und deswegen sind über 90 Krankenkassen zu viel.“ Der CDU-Generalsekretär regte an, vor allem kleinere Kassen auszusortieren. Als mögliche Schwelle nannte er 200.000 oder 250.000 Versicherte.

Blatt wies im „Stern“ diese Argumentation vehement zurück. „Von weit über tausend Krankenkassen in den 90er-Jahren sind heute nur noch 93 an der Versorgung beteiligt und stehen im Wettbewerb um gute Versorgung und guten Service. Stand heute sind die gesetzlichen Krankenkassen das gute Beispiel dafür, wie Versorgung und Verwaltung schlank organisiert und laufend optimiert werden kann. Wenn alle Bereiche in unserem Gesundheitssystem so veränderungsbereit wären wie die Krankenkassen, wären viele Probleme sicherlich längst gelöst.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann fordert Reduzierung der gesetzlichen Krankenkassen auf zehn.
  • Kritik aus der Gesundheitsbranche, insbesondere vom GKV-Spitzenverband, an Linnemanns Argumentation und seiner Wahrnehmung der Situation.
  • Linnemann bemängelt hohen Verwaltungsaufwand und fordert das Aussondern kleinerer Kassen.

Warum ist das wichtig?

  • Diskussion über mögliche Reformen im Gesundheitssystem und deren Auswirkungen auf die Versorgung
  • Kritische Einschätzung der Effizienz und Notwendigkeit von Krankenkassen im Gesundheitswesen
  • Forderung nach echten Strukturreformen statt oberflächlicher Debatten

Wer ist betroffen?

  • gesetzliche Krankenversicherungen
  • Gesundheitsbranche
  • Versicherte (insbesondere bei kleinen Krankenkassen)

Zahlen/Fakten?

  • Über 90 Krankenkassen in Deutschland laut Linnemann zu viel.
  • Aktuell 93 Krankenkassen im Wettbewerb.
  • Anteil der Verwaltungsausgaben an Gesamtausgaben sinkt seit Jahren.

Wie geht’s weiter?

  • Debatte über die Zahl der Krankenkassen wird fortgesetzt
  • Politischer Druck auf Reformen im Gesundheitswesen bleibt bestehen
  • Diskussion um Verwaltungsaufwand und Wettbewerb in der Branche wird intensiver
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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