Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesundheitssystem und Finanzierung in Deutschland
Berlin () – Die gesetzlichen Krankenkassen haben Klagen gegen den Bund wegen der Milliardenkosten für Bürgergeld-Empfänger angekündigt. Die ersten Klagen von Kassen seien bereits eingereicht worden, weitere würden folgen, teilte der GKV-Spitzenverband am Montag mit.
Zur Begründung hieß es, dass der Staat als Träger der Fürsorge die Krankenkassen damit beauftragt habe, die gesundheitliche Versorgung der Bürgergeldbezieher zu übernehmen. Aber statt für diese Leistung voll zu bezahlen, lasse der für die Finanzierung zuständige Bund die Krankenkassen auf rund zwei Dritteln der Kosten sitzen. Das seien derzeit rund zehn Milliarden Euro pro Jahr.
Vor diesem Hintergrund habe der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes den Grundsatzbeschluss gefasst, im Auftrag und im Namen der Krankenkassen gegen die unzureichende Finanzierung der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldbeziehern zu klagen. Klagegegenstand seien die seit Mitte November an die einzelnen Krankenkassen verschickten Bescheide des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) über die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für das Jahr 2026. Die ersten Klagen wurden beim Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen eingereicht.
„Es geht hier nicht um Almosen oder Subventionen des Staates für die GKV“, sagte Susanne Wagenmann, Verwaltungsratsvorsitzende und Arbeitgebervertreterin. „Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die gesetzlichen Krankenkassen subventionieren hier den Staat, der sich durch die nicht annähernd kostendeckenden Beiträge für Bürgergeldbezieher um rund zehn Milliarden Euro selbst entlastet und die GKV jedes Jahr auf diesem Betrag sitzen lässt.“ Das sei „unfair“ den gesetzlich Versicherten und ihren Arbeitgebern gegenüber und zudem „wirtschaftspolitisch kontraproduktiv“.
Ziel des Verbandes ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Hierzu will der GKV-Spitzenverband vor dem Landessozialgericht eine Richtervorlage an das Bundesverfassungsgericht anregen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Justicia (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Gesetzliche Krankenkassen klagen gegen den Bund wegen fehlender Finanzierung für Bürgergeld-Empfänger.
- Erste Klagen wurden bereits eingereicht, weitere sollen folgen.
- Ziel ist eine Klärung durch das Bundesverfassungsgericht.
Warum ist das wichtig?
- Klärung der finanziellen Verantwortung zwischen Staat und Krankenkassen
- Sicherstellung einer angemessenen gesundheitlichen Versorgung für Bürgergeldbezieher
- Vermeidung einer finanziellen Ungerechtigkeit gegenüber gesetzlich Versicherten und ihren Arbeitgebern
Wer ist betroffen?
- Gesetzliche Krankenkassen
- Bürgergeld-Empfänger
- Bund
Zahlen/Fakten?
- Rund 10 Milliarden Euro pro Jahr Kosten für die Gesundheitsversorgung von Bürgergeld-Empfängern
- Klagen der gesetzlichen Krankenkassen gegen den Bund wegen unzureichender Finanzierung
- Erste Klagen bereits beim Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen eingereicht
Wie geht’s weiter?
- Klagen der gesetzlichen Krankenkassen gegen den Bund einreichen
- Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts anstreben
- Richtervorlage beim Landessozialgericht vorbereiten
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