Patientenschützer will Aus für kommerzielle Sterbehilfe

3. April 2026
1 min Lesezeit

Patientenschützer will Aus für kommerzielle Sterbehilfe

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaftliche Debatte über Sterbehilfe in Dortmund

() – Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, fordert die Bundesregierung auf, kommerzielle Sterbehilfe zu verbieten. „Immer mehr Sterbehilfe-Anbieter drängen auf den Markt“, sagte Brysch der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Selbst Bestatter und Ärzte tun sich zusammen und steigen in das Geschäftsmodell der organisierten, bezahlten Selbsttötung ein.“

Es gebe eine radikale Zunahme der Angebote. „Schon jetzt werden mindestens 1.300 organisierte assistierte Suizide pro Jahr gezählt“, sagte er. „Die Dunkelziffer dürfte aber höher sein, da selbst Einzelunternehmer aktiv sind.“

Der Bundestag sei „dringend aufgefordert, den Profit mit der Selbsttötungs-Assistenz endlich zu verbieten“, so der Patientenschützer. „Ebenso muss das Handeln des einzelnen Sterbehelfers strafrechtlich in den Blick genommen werden. Er hat zweifelsfrei sicherzustellen, dass der Suizid selbstbestimmt gewünscht wird und die Entscheidung ohne Einfluss sowie Druck seitens Dritter zustande kommt. Eine gesetzliche Regelung aus der Mitte des Parlaments ist überfällig.“

Es gelte, Licht ins Dunkel zu bringen. „Die Fälle müssen systematisch in der Sterbestatistik erfasst werden. Solche Zuwachsraten in wenigen Jahren sind in Europa beispiellos. Verantwortlich dafür ist auch ein gesellschaftlicher Diskurs, der Pflege und Alter nur noch als Last definiert.“

Brysch kritisierte die aktuelle Debatte über die Finanzierung des Gesundheitssystems. „Selbst bei der Finanzreform der Krankenkassen wird ausschließlich über Geld, aber nicht mehr über Inhalte geredet. Bei den Betroffenen, oft betagten Menschen, die nicht akut sterbend sind, kommt eine solche kalte Kostenrechnung an“, sagte er. „Davon profitieren vor allem die Selbsttötungsanbieter. Das Geschäftsmodell mit dem Tod spült heute schon jährlich mehr als sechs Millionen Euro in ihre Kassen.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Mann im Rollstuhl (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Eugen Brysch fordert ein Verbot der kommerziellen Sterbehilfe.
  • Es gibt eine Zunahme organisierter assistierter Suizide, mindestens 1.300 pro Jahr.
  • Der Bundestag muss gegen den Profit mit Selbsttötungs-Assistenz vorgehen.

Warum ist das wichtig?

  • Zunahme kommerzieller Sterbehilfe gefährdet die Selbstbestimmung der Betroffenen
  • Dringender Handlungsbedarf der Bundesregierung zur Regulierung und Verbot von Profit mit Suizidassistenz
  • Gesellschaftlicher Diskurs über Pflege und Alter negativ beeinflusst das Wohlbefinden von betagten Menschen

Wer ist betroffen?

  • Betroffene sind Menschen, die assistierte Suizide in Anspruch nehmen möchten.
  • Ältere Menschen, die nicht akut sterbend sind.
  • Angehörige und Angehörige von Betroffenen.

Zahlen/Fakten?

  • mindestens 1.300 organisierte assistierte Suizide pro Jahr
  • jährliche Einnahmen der Selbsttötungsanbieter über sechs Millionen Euro
  • radikale Zunahme der Angebote in den letzten Jahren

Wie geht’s weiter?

  • Gesetzgebung zur Bekämpfung kommerzieller Sterbehilfe erforderlich
  • Systematische Erfassung von assistierten Suiziden in der Sterbestatistik
  • Überarbeitung der gesellschaftlichen Diskussion um Pflege und Alter notwendig
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Don't Miss