Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesundheitssystem Deutschland: Reformbedarf und Finanzierung
Berlin () – Wenige Tage vor der Übergabe der Reformvorschläge der Regierungskommission zur Krankenversicherung hat Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger vor einer finanziellen Schieflage im deutschen Gesundheitssystem gewarnt und konkrete Reformen angemahnt.
„Wir haben heute schon die teuerste Gesundheitsversorgung Europas – allerdings ohne die entsprechende Qualität“, sagte Dulger der „Welt am Sonntag“. Der Verbandspräsident forderte ein Ausgabenmoratorium, um den weiteren Anstieg der Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber kurzfristig zu stoppen. Darüber hinaus müssten Überkapazitäten in Krankenhäusern abgebaut und echte Effizienzanreize im System geschaffen werden. Die Verwaltungskosten der Sozialversicherungen von mehr als 26 Milliarden Euro jährlich bezeichnete er als zu hoch.
Als besonders dringend mahnte Dulger an, dass der Bund die Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger anhebt. Derzeit zahle der Bund lediglich 140 Euro pro Person und Monat an die Krankenkassen – daraus entstehe ein jährliches Defizit von rund zehn Milliarden Euro, das die Beitragszahler ausgleichen müssten. „Solche versicherungsfremden Leistungen müssen aus dem Steuerhaushalt finanziert werden, nicht über Sozialbeiträge“, sagte Dulger der „Welt am Sonntag“. Zudem sprach sich der BDA-Präsident für die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern als Teil eines Gesamtkonzepts aus. Solch ein Schritt bringe rund drei Milliarden Euro Entlastung.
Die Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung wurde von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzt, um Vorschläge zur langfristigen Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitssystems zu erarbeiten. Sie übergibt am Montag ihren Bericht an die Bundesregierung.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Krankenhaus (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor finanzieller Schieflage im Gesundheitssystem.
- Überkapazitäten in Krankenhäusern sollen abgebaut und Effizienzanreize geschaffen werden.
- Dulger fordert Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger.
Warum ist das wichtig?
- Warnung vor finanzieller Schieflage im Gesundheitssystem
- Notwendigkeit von Reformen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung
- Dringender Handlungsbedarf bei Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger
Wer ist betroffen?
- Arbeitnehmer
- Bürgergeldempfänger
- Krankenversicherungsbeitragszahler
Zahlen/Fakten?
- Teuerste Gesundheitsversorgung Europas ohne entsprechende Qualität
- Verwaltungskosten der Sozialversicherungen über 26 Milliarden Euro jährlich
- Jährliches Defizit von rund zehn Milliarden Euro durch zu niedrige Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger
Wie geht’s weiter?
- Reformvorschläge der Regierungskommission zur Krankenversicherung werden übergeben.
- Dringende Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger.
- Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern wird gefordert.
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