Kultur - Was ist passiert – was dahinter steckt
Kultur und Traditionen in Deutschland
Berlin () – Die Kulturministerkonferenz der Länder und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien haben am Freitag fünf weitere Traditionen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Neu eingetragen wurden die Bolzplatzkultur, das Herrenschneiderhandwerk, die Martinstradition im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland sowie die Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern. Damit umfasst das Verzeichnis nun 173 kulturelle Ausdrucksformen, die in Deutschland gelebt und weitergegeben werden.
„Immaterielles Kulturerbe lebt davon, dass Menschen ihre Traditionen im Alltag weitergeben und gemeinsam gestalten“, sagte Katharina Binz (Grüne), Präsidentin der Kulturministerkonferenz und Familienministerin des Landes Rheinland-Pfalz. „Ob Bolzplatz, Handwerk oder Küstenfischerei – diese kulturellen Praktiken verbinden Generationen und prägen regionale Identität. Dass wir gemeinsam mit der Deutschen Unesco-Kommission heute fünf weitere Traditionen aufnehmen, zeigt, wie vielfältig und lebendig das kulturelle Erbe in Deutschland ist.“
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) bezeichnete das Immaterielle Kulturerbe als lebendige Wurzel des heutigen kulturellen Selbstverständnisses. „Die Martinstradition im Rheinland vermittelt Werte wie Teilen, Solidarität und Zusammenhalt über Generationen hinweg. Auch das Herrenschneiderhandwerk verbindet traditionelle Handwerkskunst mit zeitgenössischem Design und prägt bis heute maßgeblich die Mode- und Kreativwirtschaft“, sagte er. „All das gilt es, zu schützen und für die Zukunft erlebbar zu halten.“
Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission, erklärte, Immaterielles Kulturerbe entstehe dort, wo Menschen sich einbringen, Wissen teilen und kulturelle Praktiken gemeinsam gestalten. „Die Neuaufnahmen in das Bundesweite Verzeichnis zeigen, wie lebendig, offen und wandlungsfähig kulturelle Ausdrucksformen heute sind – getragen von Gemeinschaften, die sich ihrer Geschichte bewusst sind und aktiv an einer vielfältigen Zukunft arbeiten. Denn Immaterielles Kulturerbe ist mehr als ein Blick zurück – es ist gelebte Gegenwart.“
Das Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes wurde 2003 von der Generalkonferenz der Unesco in Paris verabschiedet. Bis heute haben 185 Staaten den Vertrag ratifiziert. Deutschland ist seit 2013 Vertragspartner. Das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt kreative, inklusive und innovative Kulturformen. Vorschläge für Neuaufnahmen werden zunächst vom Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen Unesco-Kommission geprüft und anschließend in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Oktoberfest (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Fünf Traditionen wurden in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
- Neu eingetragene Traditionen sind Bolzplatzkultur, Herrenschneiderhandwerk, Martinstradition im Rheinland, Schaustellerkultur auf Volksfesten und Traditionelle Kleine Küstenfischerei.
- Das Verzeichnis umfasst nun 173 kulturelle Ausdrucksformen in Deutschland.
Warum ist das wichtig?
- Bewahrung und Wertschätzung regionaler Traditionen und Identitäten
- Förderung intergenerationaler Gemeinschaft durch geteilte kulturelle Praktiken
- Stärkung der kulturellen Vielfalt und Kreativität in Deutschland
Wer ist betroffen?
- Menschen, die Traditionen im Alltag weitergeben
- Akteure der Bolzplatzkultur und des Herrenschneiderhandwerks
- Gemeinschaften der Schaustellerkultur und der traditionellen Küstenfischerei
Zahlen/Fakten?
- 5 Traditionen neu im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen
- Verzeichnis umfasst nun 173 kulturelle Ausdrucksformen
- 185 Staaten haben das Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes ratifiziert
Wie geht’s weiter?
- Weitergabe und Gestaltung von Traditionen im Alltag fördern
- Schutz und Erhalt kultureller Praktiken für die Zukunft
- Neuaufnahmen im Verzeichnis zeigen Lebendigkeit kultureller Ausdrucksformen
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