Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Politik in Berlin: Kritik an Bürokratieabbau
Berlin () – Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) übt scharfe Kritik an der Umsetzung der Modernisierungsagenda der Bundesregierung.
„Die Regierung hat große Ankündigungen gemacht, es wurden auch viele Maßnahmen definiert, aber das reicht nicht“, sagte NKR-Chef Lutz Goebel dem „Handelsblatt“. Bei vielen Vorhaben fehle eine klare Steuerung, etwa wer konkret für die Umsetzung verantwortlich sei und wie der Fortschritt kontrolliert werde.
Goebel sieht strukturelle Probleme bei der Umsetzung von Bürokratieabbau durch das neue Digital- und Modernisierungsministerium von Karsten Wildberger (CDU). „Die Steuerung ist zu schwach“, sagte er. Das Ressortprinzip erschwere Reformen, da Ministerien Vorhaben blockieren könnten. Die Beharrungskräfte innerhalb der Regierung seien „gigantisch“. Zugleich fordert der NKR strengere Regeln bei der sogenannten „Bürokratiebremse“. Wenn neue Gesetze zusätzliche Bürokratiekosten verursachten, müsse dies künftig vollständig ausgeglichen werden – auch bei Vorgaben aus der EU. „Wenn wir ernsthaft wollen, dass Bürokratie spürbar abgebaut wird, dann muss auch der EU-Anteil jetzt komplett und nicht nur anteilig berücksichtigt werden“, sagte Goebel. Das Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung äußerte sich zunächst auf Anfrage nicht.
Die Stiftung Familienunternehmen schlägt ebenfalls weitergehende Reformen vor. In einer internationalen Studie, über die das „Handelsblatt“ berichtet, empfehlen Wissenschaftler sogenannte „Sunset-Klauseln“. Demnach würden Vorschriften nach einer bestimmten Frist automatisch außer Kraft treten, sofern sie nicht aktiv verlängert werden – ein Instrument, das etwa in Australien oder Südkorea bereits genutzt wird. Der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Politik, Rainer Kirchdörfer, sagte dem „Handelsblatt“: „Das Ministerium von Herrn Wildberger hat eine Menge guter Pläne für den Bürokratieabbau ersonnen, aber jetzt muss es in die Umsetzung kommen, eine Welle lostreten, das Tempo erhöhen.“ Dabei dürfe Wildbergs Ressort nicht kleinteilig vorgehen, sondern müsse „das Mindset im ganzen System verändern“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Karsten Wildberger (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- NKR kritisiert die schwache Umsetzung der Modernisierungsagenda der Bundesregierung.
- Fehlende klare Steuerung und Verantwortlichkeiten bei bürokratischen Vorhaben festgestellt.
- Forderung nach strengeren Regeln für die Bürokratiebremse und Vorschläge für Sunset-Klauseln.
Warum ist das wichtig?
- Kritik an unzureichender Umsetzung der Modernisierungsagenda
- Notwendigkeit klarer Verantwortlichkeiten und Fortschrittskontrolle
- Forderung nach strengeren Regeln zur Bürokratiebremse
Wer ist betroffen?
- Nationale Normenkontrollrat (NKR)
- Bundesregierung
- Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung
Zahlen/Fakten?
- NKR-Chef Lutz Goebel kritisiert die Umsetzung der Modernisierungsagenda der Bundesregierung.
- Die Beharrungskräfte innerhalb der Regierung seien "gigantisch".
- Wissenschaftler empfehlen "Sunset-Klauseln", um Vorschriften nach einer bestimmten Frist automatisch außer Kraft treten zu lassen.
Wie geht’s weiter?
- Klare Steuerung und Verantwortlichkeiten für die Umsetzung festlegen
- Strengere Regeln zur Bürokratiebremse einführen
- Umsetzung von Sunset-Klauseln prüfen und beschleunigen
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