Schleswig-Holstein - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaft: Finanzbehörden im NS-Regime Schleswig-Holstein
Kiel () – Die schleswig-holsteinischen Finanzbehörden haben während der NS-Zeit eine aktive Rolle bei der Entrechtung, Ausbeutung und Deportation von Juden sowie Sinti und Roma gespielt. Das hat eine wissenschaftliche Studie ergeben, die im Auftrag des Landtages erstellt wurde.
Die CDU-Landtagsfraktion hat die Ergebnisse am 8. Mai, dem 81. Jahrestag des Kriegsendes in Europa, vorgestellt.
Die Historiker Hanno Balz und Marc Buggeln von der Europa-Universität Flensburg haben die Rolle der Finanzverwaltung untersucht. Laut der Studie war diese kein passiver Teil des NS-Staates, sondern ein Motor der bürokratisch organisierten Verfolgung.
Die Behörden setzten Sonderabgaben wie die Judenvermögensabgabe und die Reichsfluchtsteuer durch, überwachten Vermögen und organisierten Zwangsverkäufe. Widerstand einzelner Beamter gegen die Anordnungen sei nicht überliefert.
Auch nach 1945 endete das Unrecht nicht, wie die Studie zeigt.
Rückerstattung und Entschädigung verliefen oft schleppend und bürokratisch. Viele der zuvor an der Ausplünderung Beteiligten blieben im Amt.
Die Abgeordnete Uta Wentzel erklärte, die Erkenntnisse der Studie sollten in die Aus- und Fortbildung der Finanzverwaltung implementiert werden. „Erinnern ist Arbeiten an der Zukunft“, so Wentzel mit Bezug auf die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann.
- Betrunkener E-Scooter-Fahrer in Brake gestoppt - 8. Mai 2026
- Unfall auf der Landesstraße 1110 bei Bietigheim-Bissingen - 8. Mai 2026
- SoVD kritisiert Scheitern der Entlastungsprämie - 8. Mai 2026
