Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaftliche Debatte zur Strafunmündigkeit in NRW
Düsseldorf () – NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich dafür ausgesprochen, die Herabsetzung des Alters der Strafunmündigkeit von Kindern auf 12 Jahre zu prüfen. „Wenn immer mehr junge Menschen straffällig werden, müssen wir unser Sanktionssystem anpassen. Denkverbote sind da fehl am Platz“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstagsausgabe).
Auch Jugendliche müssten für ihr Verhalten geradestehen.
„Wenn wir ehrlich sind, sind Zwölfjährige heute nicht mehr so, wie sie vor 20 Jahren waren“, fügte er hinzu.
Jungen Tätern müsse der Staat „die nötige Aufmerksamkeit schenken, um ihnen früh den Riegel vorzuschieben. Das heißt nicht, dass wir Zwölfjährige ins Gefängnis stecken sollten“, so der Minister.
Es gebe auch andere Arten der Sanktion. „Wir haben gute Erfahrungen mit Häusern des Jugendrechts gemacht. Das sind Häuser, in denen junge Straftäter ganz eng an die Hand genommen werden. Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt eng zusammenarbeiten, um kriminelle Karrieren frühzeitig zu stoppen.“
Reul reagierte damit auf ein Papier der CSU-Landesgruppe, nach dem sich auch bislang strafunmündige Kinder nach Straftaten vor Gericht verantworten sollten.
Darüber sollen die Abgeordneten bei ihrer Klausurtagung entscheiden. Der Entwurf fordert ein gerichtliches „Verantwortungsverfahren“.
Bislang müssen Täter unter 14 Jahren nicht vor Gericht, sie gelten als strafunmündig. Vorgeschlagen werden in dem Papier Strafverschärfungen bei Messerangriffen, beim Einsatz von K.-o.-Tropfen und bei Gruppenvergewaltigungen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Herbert Reul (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- NRW-Innenminister Herbert Reul fordert Prüfung der Herabsetzung des Alters der Strafunmündigkeit auf 12 Jahre.
- Reul reagiert auf CSU-Vorschlag für gerichtliches Verantwortungsverfahren für bislang strafunmündige Kinder.
- Der Entwurf sieht Strafverschärfungen bei bestimmten Straftaten vor.
Warum ist das wichtig?
- Anpassung des Sanktionssystems notwendig bei zunehmender Jugendkriminalität
- Frühzeitige Intervention kann kriminelle Karrieren stoppen
- Diskussion um Verantwortung von jüngeren Tätern fördert öffentliche Sicherheit
Wer ist betroffen?
- Kinder ab 12 Jahren
- Jugendliche
- Jungen Tätern
Zahlen/Fakten?
- Herabsetzung des Alters der Strafunmündigkeit auf 12 Jahre wird geprüft
- Täter unter 14 Jahren gelten derzeit als strafunmündig
- Vorschläge zur Strafverschärfung bei Messerangriffen, K.-o.-Tropfen und Gruppenvergewaltigungen
Wie geht’s weiter?
- Prüfung der Herabsetzung des Alters der Strafunmündigkeit auf 12 Jahre
- Einführung eines gerichtlichen "Verantwortungsverfahren" für strafunmündige Kinder
- Diskussion über Strafverschärfungen bei konkreten Straftaten
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