Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: Kurzarbeitergeld und Arbeitskräftemangel in München
München () – Eine kürzere Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld könnte dazu beitragen, den aktuellen Arbeitskräftemangel zu entschärfen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Ifo-Instituts in einer aktuellen Studie.
„Wir erleben aktuell einen Arbeitskräftemangel in vielen Branchen und gleichzeitig eine hohe Arbeitslosigkeit in anderen Bereichen“, sagte Ifo-Forscher Volker Meier. „In dieser Situation wäre es sinnvoll, Kurzarbeiterleistungen für schrumpfende Sektoren zu kürzen, damit die Arbeitskräfte mittelfristig für andere Sektoren zur Verfügung stehen.“
Aktuell bekommen Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld für maximal 24 Monate. Bis zum Jahr 2019 waren es zwölf Monate, in früheren Jahren sogar nur sechs Monate. „Das Kurzarbeitergeld hemmt in seiner jetzigen Form die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und wirkt für die Unternehmen wie eine temporäre Lohnsubvention. Für Beschäftigte macht es die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz weniger attraktiv“, sagte Ifo-Forscher Leander Andres. Um den Übergang von Arbeitskräften von alten in neue Branchen zu erleichtern, sei es wichtig, Umschulungen und Weiterbildungen gezielt zu fördern. „Eine Möglichkeit wäre es, höhere Leistungen für Kurzarbeiter oder Arbeitslose zu zahlen, die gleichzeitig an einem Umschulungsprogramm teilnehmen oder ihren Job wechseln“, sagte Meier.
Die Studienautoren schlagen zudem weitere Maßnahmen vor, um das Arbeitskräfteangebot, vor allem von Älteren, Frauen und Zugewanderten, zu erhöhen: Die Rente mit 63 sollte abgeschafft und die Abzüge bei frühzeitigem Renteneintritt erhöht werden, das Ehegattensplitting mit geringeren Steuersätzen für Zweitverdienende könnte abgeschafft, sowie bürokratische Hemmnisse bei Arbeitsgenehmigungen und Anerkennungen von Abschlüssen von Zugewanderten beseitigt werden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Agentur für Arbeit (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Forscher des Ifo-Instituts schlagen kürzere Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld vor.
- Aktueller Arbeitskräftemangel in vielen Branchen, hohe Arbeitslosigkeit in anderen.
- Maßnahmen zur Förderung von Umschulungen und Abbau bürokratischer Hemmnisse vorgeschlagen.
Warum ist das wichtig?
- Kürzere Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld könnte Arbeitskräftemangel entschärfen
- Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt erhöhen und Anreize für Jobwechsel schaffen
- Förderung von Umschulungen und gezielte Maßnahmen zur Erhöhung des Arbeitskräfteangebots
Wer ist betroffen?
- Arbeitnehmer in schrumpfenden Sektoren
- Beschäftigte auf der Suche nach neuen Arbeitsplätzen
- Ältere, Frauen und Zugewanderte
Zahlen/Fakten?
- Kurzarbeitergeld aktueller Bezug: maximal 24 Monate
- Vor 2019: 12 Monate, zuvor nur 6 Monate
- Vorschlag: höhere Leistungen für Kurzarbeiter, die an Umschulungen teilnehmen
Wie geht’s weiter?
- Verkürzung der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld
- Förderung von Umschulungen und Weiterbildungen
- Abschaffung der Rente mit 63 und Beseitigung bürokratischer Hemmnisse
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