Neobroker drängen ETF-Anbieter zu Bestandsprovisionen

10. März 2026
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Neobroker drängen ETF-Anbieter zu Bestandsprovisionen

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaft: Neobroker und ETF-Gebühren in Berlin

() – Das ETF-Depot war lange eine provisionsfreie Zone, nun wollen Neobroker offenbar an den Gebühren der ETF-Anbieter mitverdienen. Die Finanzaufsicht Bafin habe entsprechende Versuche bestätigt, berichtet die FAZ. „Der Bafin ist bekannt, dass einzelne Intermediäre versuchen, auch mit ETF-Anbietern Vereinbarungen über Bestandsprovisionen zu schließen.“

Bestandsprovisionen wären ein Novum bei ETF (Exchange Traded Funds), die bislang – anders als viele aktive Fonds – keine laufenden Vertriebsvergütungen an Depotbanken und Broker zahlen. „Bestandsprovisionen sind gerade ein Riesenthema“, sagte Ali Masarwah, Fondsanalyst und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Envestor, der FAZ. „Das wäre ein Tabubruch in der ETF-Welt“, fügte er hinzu und warnte: „Das wäre für die Neos der Irrweg, den Fonds vor 30 Jahren verfolgt haben.“ 

Auslöser ist der erwartete Wegfall einer wichtigen Einnahmequelle der Neobroker: Ab 30. Juni dürfen Broker für die Weiterleitung von Kundenaufträgen keine Zahlungen mehr von Handelsplätzen annehmen. Trade Republic erklärte, man kommentiere vertragliche Vereinbarungen nicht, „unabhängig davon fließt jegliche Form der Vergütung konsequent in die Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung unserer Plattform“, teilte das Unternehmen mit. Große ETF-Anbieter wie DWS (Xtrackers), Blackrock (iShares) und J.P. Morgan Asset Management wollten sich dazu nicht äußern.

Andreas Hackethal, Professor für Finanzen am Frankfurter Leibniz-Institut SAFE, hält Befürchtungen steigender Kosten für Anleger für überzogen: „ETF-Anbieter können im harten Wettbewerb die Gesamtkostenquote nicht beliebig nach oben fahren.“ Neobroker könnten demnach auch andere Ertragsquellen ausbauen – etwa eigene Handelsplätze oder eigene Produkte.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Frankfurter Börse (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Neobroker versuchen, Bestandsprovisionen von ETF-Anbietern zu erhalten.
  • Finanzaufsicht Bafin hat entsprechende Versuche bestätigt.
  • Wegfall einer wichtigen Einnahmequelle für Neobroker ab 30. Juni.

Warum ist das wichtig?

  • Neobroker versuchen, durch Bestandsprovisionen von ETF-Anbietern zusätzliche Einnahmen zu generieren.
  • Bestandsprovisionen könnten einen grundlegenden Wandel in der bisherigen ETF-Distribution bewirken.
  • Wettbewerb unter ETF-Anbietern könnte verhindern, dass die Kosten für Anleger signifikant steigen.

Wer ist betroffen?

  • Neobroker
  • ETF-Anbieter
  • Anleger

Zahlen/Fakten?

  • Ab 30. Juni dürfen Broker keine Zahlungen mehr von Handelsplätzen annehmen.
  • Bestehende Standardprodukte haben Gebühren zwischen 0,03 und 0,25 Prozent im Jahr.
  • ETF-Anbieter könnten sich künftig die Provisionen mit Brokern teilen.

Wie geht’s weiter?

  • Neobroker suchen zusätzliche Einnahmequellen durch Bestandsprovisionen von ETF-Anbietern
  • Diskussion über mögliche Änderungen in der ETF-Finanzierung und neue Geschäftsmodelle
  • Konkurrenzdruck könnte verhindern, dass Kosten für Anleger steigen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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