Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Verteidigungspolitik in Europa: MTU München drängt auf Einigung
München () – Der Münchner Triebwerkhersteller und Dax-Konzern MTU drängt auf eine politische Einigung für den Bau eines europäischen Kampfflugzeugs und unterstützt auch den Vorschlag, zwei Jets herzustellen.
„Die Zeit drängt, es muss zügig eine Entscheidung geben“, sagte der MTU-Vorstandsvorsitzende Johannes Bussmann der „Süddeutschen Zeitung“. Es gehe schließlich um die Verteidigungsfähigkeit Europas. „Wir brauchen ein europäisches Kampfflugzeug“, so Bussmann. Der Eurofighter allein werde nicht die Zukunft sein. Die Alternative wäre, weitere Kampfjets vom Typ F35 in den USA zu bestellen. Aber eine solche Abhängigkeit sei „in dieser neuen Welt gefährlich“.
Zuletzt gab es um das Kampfflieger-Projekt FCAS erheblichen Streit. Bussmann meint dazu: „Was oft übersehen wird: Es sind vor allem zwei Industriepartner, die Schwierigkeiten haben, zusammenzuarbeiten, das sind Airbus und Dassault. Bei den Triebwerkherstellern, also bei MTU und Safran, läuft es zum Beispiel sehr gut.“
MTU unterstütze auch den neuen Vorschlag, zwei Kampfjets zu entwickeln, einen kleineren und einen etwas größeren. Bussmann sprach von einer „zweitbesten Lösung“ und sagte der SZ: „Der Vorteil wäre sogar, dass so die Bedürfnisse der Kunden, also der Streitkräfte der einzelnen Länder, besser befriedigt werden könnten.“ Dabei wäre es günstiger, wenn beide Triebwerke aus dem gleichen Konsortium kämen anstatt aus zwei voneinander losgelösten Entwicklungen.
MTU will zudem das Militärgeschäft weiter ausbauen. „Mit einem europäischen Vorgehen kann sich unser Umsatzvolumen im Verteidigungsgeschäft in den nächsten zehn Jahren mehr als verdoppeln“, sagte Bussmann. Die Situation in der Ukraine zeige gerade, dass sich Kriegsführung und Verteidigung massiv ändern. Der MTU-Chef weiter: „Es gibt viele Anwendungsgebiete, bei denen die MTU mit ihren Kompetenzen mitspielen kann. Wiederverwendbare Drohnen etwa, die mit unserer Antriebstechnologie fliegen könnten.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Tornado (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- MTU drängt auf politische Einigung für Bau eines europäischen Kampfflugzeugs.
- Vorstandsvorsitzender kündigt Unterstützung für Vorschlag von zwei Jets an.
- MTU plant, Militärgeschäft auszubauen und Umsatzvolumen zu verdoppeln.
Warum ist das wichtig?
- Wichtig für die Verteidigungsfähigkeit Europas
- Vermeidung von Abhängigkeiten von US-Kampfflugzeugen
- Steigerung des Umsatzvolumens im Militärgeschäft durch europäische Kooperation
Wer ist betroffen?
- MTU (Münchner Triebwerkhersteller)
- Airbus und Dassault (Industriepartner)
- Streitkräfte der einzelnen Länder
Zahlen/Fakten?
- MTU-Chef Johannes Bussmann: "Die Zeit drängt, es muss zügig eine Entscheidung geben"
- Umsatzvolumen im Verteidigungsgeschäft könnte sich in den nächsten zehn Jahren mehr als verdoppeln
- Unterstützung für den Vorschlag, zwei Kampfjets zu entwickeln: einen kleineren und einen etwas größeren
Wie geht’s weiter?
- Politische Einigung für Bau eines europäischen Kampfflugzeugs erforderlich
- Unterstützung des Vorschlags für zwei unterschiedliche Kampfjets
- Ausbau des Militärgeschäfts und Verdopplung des Umsatzvolumens in zehn Jahren angestrebt
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