Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: Ungleiche Vorteile bei Energiesteuern in Berlin
Berlin () – Die geplante Senkung der Energiesteuern auf Benzin und Diesel kommt überwiegend einkommensstarken Haushalten zugute. Das geht aus einer Simulation hervor, die Forscher der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen erstellt haben und über die der „Spiegel“ berichtet.
Die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte sparen laut der Rechnung für den gesamten Zeitraum von zwei Monaten insgesamt 21,64 Euro ein – dreimal so viel wie die einkommensschwächsten zehn Prozent. Sie kommen nur auf 6,48 Euro. Hintergrund ist, dass die Forscher davon ausgehen, dass mit den Einkommen oft auch der Spritverbrauch steigt – und so Besserverdiener stärker profitieren. Zur Einordnung: Ein Einpersonenhaushalt beispielsweise zählt mit monatlich knapp 4.500 Euro netto zum obersten und mit weniger als rund 1.200 Euro zum untersten Zehntel.
„Es ist keine zielgerichtete Maßnahme“, sagte RWTH-Ökonom Aaron Praktiknjo. „Auch ich zahle jetzt mehr fürs Tanken, aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich jetzt diesen Tankrabatt nicht dringend nötig.“
Praktiknjo und sein Team haben ihren Berechnungen Daten aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts, aus dem sozioökonomischen Panel, dem deutschen Mobilitätspanel sowie aktuelle Spritpreise zugrunde gelegt. Der geplante Rabatt beträgt rund 17 Cent brutto pro Liter (14,04 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer).
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Tankstelle (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Senkung der Energiesteuern auf Benzin und Diesel profitieren überwiegend einkommensstarke Haushalte.
- Die reichsten zehn Prozent sparen im Vergleich zu den ärmsten zehn Prozent dreimal so viel.
- Ökonom kritisiert Maßnahme als nicht zielgerichtet.
Warum ist das wichtig?
- Ungleiche Verteilung der Vorteile durch Steuersenkung
- Höhere Einsparungen für einkommensstarke Haushalte
- Mangelnde Zielgerichtetheit der Maßnahme
Wer ist betroffen?
- einkommensstarke Haushalte
- einkommensschwache Haushalte
- Einpersonenhaushalte
Zahlen/Fakten?
- Einkommensstärkste 10 % sparen 21,64 Euro in 2 Monaten
- Einkommensschwächste 10 % sparen 6,48 Euro in 2 Monaten
- Geplanter Rabatt: 17 Cent brutto pro Liter (14,04 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer)
Wie geht’s weiter?
- Einkommensschwache Haushalte erhalten nur einen geringen Vorteil.
- Zielgerichtete Maßnahmen zur Entlastung fehlen.
- Forschungsergebnisse beeinflussen zukünftige politische Entscheidungen möglicherweise.
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