Wirtschaft: Flixtrain und Italo im Wettbewerb
München () – Flixtrain kritisiert den italienischen Anbieter Italo für die angestrebte „Sonderbehandlung“. Der private Münchner Zugbetreiber sieht seine eigenen Wachstumspläne dadurch aber nicht gefährdet und denkt bereits über eine weitere Expansion nach.
„Wir sind für gesunden Wettbewerb“, sagte André Schwämmlein, Chef der Flix SE, dem „Spiegel“. Flixtrain habe sich bewusst für eine Strategie entschieden, die das Angebot der Deutschen Bahn mit preiswerteren Tickets ergänze. Wenn Italo ein ähnliches Angebot wie die Bahn mache, werde man „auch diesen Wettbewerb annehmen“.
Italo hatte im April angekündigt, von 2028 an in Deutschland Fernverkehrsverbindungen anbieten zu wollen und dies an neue regulatorische Bedingungen geknüpft. Schwämmlein kritisierte dieses Vorgehen. Italo habe eine umfassende Sonderbehandlung angestrebt, die dem Unternehmen exklusive Vorteile bei der Trassenvergabe verschafft. Die Bundesnetzagentur ging auf diese Forderungen teilweise ein. „Jetzt haben wir eine zeitlich und örtlich eingeschränkte Regelung für alle Wettbewerber, von der wir mit Flixtrain aufgrund unserer Erfahrung besonders profitieren dürften“, sagte Schwämmlein zu den Beschlüssen der Bundesnetzagentur.
Flixtrain hatte im Mai 2025 für 2,4 Milliarden Euro 65 neue Züge bestellt. Mit diesen Zügen wolle Flix alle großen Ballungsräume verbinden, kündigte Schwämmlein an. Vom Flix-Unternehmenssitz München, der bislang nicht in das Flixtrain-Netz eingebunden ist, werde es dann unter anderem in Richtung Frankfurt, Hamburg und Berlin gehen, sagte er.
Die Gefahr einer Überlastung des Schienennetzes durch die künftig drei Zugbetreiber Deutsche Bahn, Flixtrain und Italo hält Schwämmlein für gering. Die Bahn investiere „momentan stark in die Infrastruktur, das wird es besser machen“. Darüber hinaus hänge es davon ab, „ob die Beteiligten bei der Planung kooperativ sind, so dass das Netz effizient genutzt“ werde, statt sich gegenseitig zu verdrängen. Im Jahr 2028 oder 2029 werde man merken, „es geht etwas voran auf der Schiene“.
Schwämmlein deutete an, dass Flixtrain auch über die deutschen Grenzen hinaus expandieren wolle. Man wolle zunächst in Deutschland ein flächendeckendes Netz befahren, da ende aber der Ehrgeiz des Unternehmens nicht. „Wir werden weiter Züge bestellen und diese auch international einsetzen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Flixtrain (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Flixtrain kritisiert Italo wegen angestrebter „Sonderbehandlung“ bei regulatorischen Bedingungen und Trassenvergabe
- Flixtrain sieht keinen Nachteil für die eigenen Wachstumspläne und plant mit neuen Zügen ab etwa 2028/2029 weitere Strecken bis Frankfurt, Hamburg und Berlin
- Flixtrain erwartet durch zusätzliche Anbieter wie Deutsche Bahn, Flixtrain und Italo keine große Netzüberlastung und will auch international expandieren
Warum ist das wichtig?
- Gesunder Wettbewerb kann zu preiswerteren Angeboten für Fahrgäste führen und den Markt beleben, wenn mehrere Anbieter miteinander konkurrieren
- Regulatorische Sonderregeln bei der Trassenvergabe entscheiden mit darüber, ob Wettbewerber faire Chancen auf Zugslots bekommen
- Weitere Expansion und Investitionen (neue Züge) zeigen, dass mehr Anbieter und Verbindungen die Schienenlandschaft ab 2028/2029 deutlich verändern können
Wer ist betroffen?
- Flixtrain als privater Münchner Zugbetreiber
- Italo als italienischer Anbieter
- Wettbewerber des Schienenfernverkehrs im Rahmen der Entscheidungen der Bundesnetzagentur
Zahlen/Fakten?
- April Ankündigung von Italo ab 2028 Fernverkehrsverbindungen in Deutschland
- Mai 2025 Bestellung von 65 neuen Zügen für 2,4 Milliarden Euro
- Ziel für weitere Entwicklung 2028 oder 2029
Wie geht’s weiter?
- Flixtrain sieht durch die Sonderregelung für Italo keinen Wachstumsstopp und setzt auf gesunden Wettbewerb
- Flixtrain will mit den bestellten 65 neuen Zügen ab 2028 alle großen Ballungsräume verbinden und Verbindungen wie Richtung Frankfurt, Hamburg und Berlin ausbauen
- Flixtrain plant nach dem Aufbau in Deutschland auch internationale Einsätze weiterer Züge
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