Deutsche Bahn bremst Konkurrenz bei Navigator-App weiter aus

18. November 2025
1 min Lesezeit

Deutsche Bahn bremst Konkurrenz bei Navigator-App weiter aus

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Verkehrspolitik in Deutschland: Herausforderungen für Bahn-Konkurrenten

() – Konkurrenten der Deutschen Bahn werden wohl noch länger warten müssen, bis sie gleichberechtigten Zugang zur Navigator-App bekommen. Trotz einer Aufforderung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zeigt die Deutsche Bahn wenig Ambitionen, ihre App „DB Navigator“ vom Fernverkehr in die Infrastruktursparte InfraGO zu übertragen.

Eine Frage des „Spiegel“, bis wann der Navigator verlagert wird, ließ der Konzern unbeantwortet. Es sei korrekt, dass die App in Schnieders Bahn-Agenda „erwähnt“ werde, hieß es lediglich. „Hiermit werden sich die zuständigen Gremien der DB befassen.“ Schnieder hatte die Übertragung in der im September vorgestellten „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ klar gefordert. Demnach erwartet das Bundesverkehrsministerium die Verlagerung „bereits kurzfristig“.

Im Gegensatz zur Fernverkehrssparte ist die InfraGO gemeinwohlorientiert. Laut Bundeskartellamt hat die Bahn auf ihren Digitalplattformen Wettbewerber benachteiligt – unter anderem, indem ihre eigenen Angebote in Suchergebnissen prominenter platziert werden. Die Bahn geht laut „Spiegel“-Bericht davon aus, dass die InfraGO der DB Fernverkehr den Navigator abkaufen müsste. In die Entwicklung der App sei viel Geld geflossen, kürzlich soll ihr Wert auf bis zu anderthalb Milliarden Euro taxiert worden sein. Wenn die intern flössen, so eine Warnung, könne die EU-Kommission das als unerlaubte Quersubventionierung werten. Zudem müssten in der InfraGO erst neue Strukturen für den Vertrieb aufgebaut werden, mit dem die Sparte bislang nichts zu tun hat.

Der Bahn-Konkurrent Flixtrain hält die Bedenken für vorgeschoben. „Die Übertragung des DB Navigators auf die InfraGO ist weder rechtlich noch wirtschaftlich ein Problem“, sagte Unternehmenschef André Schwämmlein dem „Spiegel“. Er verwies darauf, dass der Navigator 2023 bereits vom DB Vertrieb zu DB Fernverkehr verschoben wurde. In Zukunft sollten die Fahrten und Preise aller Anbieter im Navigator angezeigt werden und Tickets mit wenigen Klicks buchbar sein, forderte Schwämmlein. Dafür müssten der Ankündigung des Verkehrsministeriums bald Taten folgen. „Wir sind auf demselben Stand wie im September, als Minister Schnieder die Bahnstrategie vorgestellt hat.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bahn-App (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Deutsche Bahn zeigt wenig Ambitionen, die Navigator-App in die InfraGO zu übertragen.
  • Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder fordert kurzfristige Verlagerung, die Bahn reagiert nicht konkret.
  • Flixtrain kritisiert die Bedenken der Bahn als vorgeschoben und fordert eine schnelle Umsetzung.

Warum ist das wichtig?

  • Zugang zur DB Navigator-App für Konkurrenten verzögert sich
  • Wettbewerbsverzerrung durch ungleiche Behandlung auf Digitalplattformen
  • Bedeutung für Marktgleichheit und Kundenzufriedenheit im Schienenverkehr

Wer ist betroffen?

  • Konkurrenten der Deutschen Bahn
  • Bundesverkehrsministerium
  • Bahn-Konkurrent Flixtrain

Zahlen/Fakten?

  • Wert der DB Navigator-App: bis zu 1,5 Milliarden Euro
  • Bundesverkehrsministerium fordert kurzfristige Verlagerung des Navigators
  • Deutsche Bahn wurde vom Bundeskartellamt der Wettbewerbsbenachteiligung über digitale Plattformen beschuldigt

Wie geht’s weiter?

  • DB muss zeitnah Entscheidungen zur Übertragung des Navigators treffen.
  • InfraGO benötigt neue Vertriebsstrukturen für die App.
  • Flixtrain fordert eine baldige Umsetzung der Ministerankündigung.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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