Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Genehmigungsreform und Bürokratieabbau in Berlin
Berlin () – Die geplante Genehmigungsreform der Bundesregierung wird nach Ansicht von DIHK-Präsident Peter Adrian nur dann Wirkung entfalten, wenn auch die Bundesländer mitziehen. „Entscheidend ist, dass die Länder diesen Weg mitgehen“, sagte Adrian den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Nur wenn die Genehmigungsfiktion bundesweit gelte, profitierten Unternehmen unabhängig vom Standort von schnelleren Verfahren. Der Bund könne hier aber ein „wichtiges Signal“ setzen.
Die Pläne der Bundesregierung bewertet Adrian grundsätzlich positiv. „Die Bundesregierung verfolgt hier erstmals einen grundlegenden Reformansatz, indem sie bei den Berichtspflichten die Beweislast umkehren will“, sagte er. Künftig müsse dann der Staat nachweisen, dass er eine Berichtspflicht noch brauche. Wenn dann noch die „erforderliche Rechtssicherheit“ für Unternehmen geschaffen werden könne, wäre das ein „echter Paradigmenwechsel“. Zudem sollten deutsche Sonderregeln zurückgenommen und europäische Vorgaben maximal eins zu eins umgesetzt werden. Wenn das passiere, seien das „sehr hilfreiche Signale an Unternehmen“.
Besonders wichtig ist aus Sicht der Wirtschaft die geplante Genehmigungsfiktion. „Weil Unternehmen heute oft monatelang bis Jahre auf Entscheidungen von Behörden warten“, sagte Adrian. Eine Baugenehmigung könne je nach Standort zwölf Monate dauern, Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sogar mehr als zwei Jahre. Wenn sich das deutlich beschleunige, könnten Unternehmen „endlich auch viel früher investieren“.
Der Koalitionsausschuss hatte sich auf ein umfangreiches Paket zum Bürokratieabbau verständigt. Es sieht unter anderem vor, Berichtspflichten zu reduzieren, nationale Sonderregelungen abzubauen und europäische Vorgaben möglichst ohne zusätzliche Auflagen umzusetzen. Kernstück ist die sogenannte Genehmigungsfiktion: Reagieren Behörden innerhalb gesetzlicher Fristen nicht, sollen Anträge künftig grundsätzlich als genehmigt gelten.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Sitzung des Bundesrates am 10.07.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- DIHK-Präsident Peter Adrian betont Notwendigkeit der Mitwirkung der Bundesländer für die Genehmigungsreform.
- Geplante Genehmigungsfiktion soll Verfahren beschleunigen und Unternehmen helfen, schneller zu investieren.
- Bundesregierung plant grundlegende Reformansätze zur Reduzierung von Berichtspflichten und Abbau nationaler Sonderregelungen.
Warum ist das wichtig?
- Schnellerer Genehmigungsprozess für Unternehmen unabhängig vom Standort
- Beitrag zur Entbürokratisierung und Rechtssicherheit für Investitionen
- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Abbau von Berichtspflichten
Wer ist betroffen?
- Unternehmen
- Bundesländer
- Bundesregierung
Zahlen/Fakten?
- Genehmigungsfiktion soll bundesweit gelten.
- Baugenehmigungen dauern bis zu 12 Monate, Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz über 2 Jahre.
- Ziel ist schnelleres Investieren für Unternehmen.
Wie geht’s weiter?
- Bundesländer müssen Genehmigungsreform unterstützen
- Bundesweite Genehmigungsfiktion ist entscheidend
- Rücknahme deutscher Sonderregeln und Umsetzung europäischer Vorgaben erforderlich
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