Curevac-Gründer wirft Biontech Täuschung vor

9. Mai 2026
1 min Lesezeit

Curevac-Gründer wirft Biontech Täuschung vor

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaft: Vorwürfe gegen Biontech in Tübingen

Tübingen () – Curevac-Gründer Ingmar Hoerr erhebt schwere Vorwürfe gegen Biontech. Die Übernahme von Curevac durch Biontech sei aus seiner Sicht mit einer Täuschung der Aktionäre verbunden gewesen, sagte Hoerr dem „Spiegel“. „Wenn in den Unterlagen sinngemäß gestanden hätte: Wir wollen Curevac schließen, wir wollen günstig Patente erwerben – hätte dem doch niemand zugestimmt“, so Hoerr. Er empfinde das als „Dummverkaufen“.

Biontech hatte angekündigt, bis Ende 2027 Produktionswerke in , Idar-Oberstein und zu schließen sowie den Stammsitz der übernommenen Tochter Curevac in Tübingen. Hoerr warnte vor den Folgen: Das über mehr als 20 Jahre aufgebaute Wissen zerfalle – und man baue es nicht mal eben neu auf.

Der Biologe und Pionier der mRNA-Impfstoffforschung kritisierte auch eine Gleichzeitigkeit von Stellenabbau und einem großen Aktienrückkaufprogramm. Man könne nicht öffentlich betonen, dringend sparen zu müssen – und zugleich eigene Aktien „in großem Stil zurückkaufen“. Das wirke auf ihn „dreist“, sagte Hoerr dem „Spiegel“.

Biontech habe die Übernahme von Curevac vor allem wegen der Patente angestrebt, sagte Hoerr, und um einen laufenden Patentstreit zu beenden. Gemessen an den damaligen Corona-Umsätzen hätten „potenziell Milliardenbeträge“ im Raum gestanden.

Warum die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci den Medizin-Nobelpreis nicht erhalten haben, erklärte Hoerr dem „Spiegel“ so: Er sehe – aus seiner Perspektive – „nicht die klare eigene wissenschaftliche Kernleistung, die man typischerweise mit einem Nobelpreis verbindet“.

Auf die Frage, wo Biontech in zwei bis drei Jahren stehen werde, erklärte Hoerr: Es könne sogar sein, „dass Biontech irgendwann selbst ein Übernahmekandidat wird, wenn die Erfolge ausbleiben“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Biontech (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Ingmar Hoerr erhebt Vorwürfe gegen Biontech wegen Täuschung bei Curevac-Übernahme.
  • Biontech plant Schließungen von Produktionswerken und kritisiert gleichzeitig Aktienrückkäufe trotz Stellenabbau.
  • Hoerr warnt vor Verlust von über 20 Jahren angesammeltem Wissen und bezweifelt die Nobelpreiswürdigkeit von Biontechs Kernleistungen.

Warum ist das wichtig?

  • Täuschung der Aktionäre bei der Curevac-Übernahme könnte Vertrauen in Biotech-Branche gefährden
  • Verlust von über zwei Jahrzehnten angesammeltem Wissen durch Schließungen schädigt Innovation
  • Widerspruch zwischen Stellenabbau und Aktienrückkäufen könnte die Glaubwürdigkeit von Biontech untergraben

Wer ist betroffen?

  • Aktionäre von Curevac
  • Mitarbeiter von Biontech und Curevac
  • Wissenschaftler in der mRNA-Forschung

Zahlen/Fakten?

  • Biontech plant, bis Ende 2027 Produktionswerke in Marburg, Idar-Oberstein und Singapur zu schließen.
  • Der Stammsitz der übernommenen Tochter Curevac in Tübingen wird ebenfalls geschlossen.
  • Hoerr warnt, dass durch die Schließungen über mehr als 20 Jahre aufgebautes Wissen verloren geht.

Wie geht’s weiter?

  • Biontech plant Schließung von Produktionswerken und Stammsitz in Tübingen bis Ende 2027.
  • Warnung vor Wissensverlust und schwieriger Wiederaufbau der Strukturen.
  • Mögliche zukünftige Übernahme von Biontech, falls Erfolge ausbleiben.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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