Studie vorgestellt: KI-Chatbots erhöhen riskanten Medienkonsum

24. März 2026
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Studie vorgestellt: KI-Chatbots erhöhen riskanten Medienkonsum

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaftliche Auswirkungen von KI-Chatbots in Deutschland

() – KI-Chatbots verstärken den riskanten Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen in . Das ergab eine Studie, die von der DAK-Gesundheit und dem Universitätsklinikum -Eppendorf durchgeführt wurde und am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach nutzen fast acht Prozent der Minderjährigen KI-Anwendungen, um Einsamkeit zu bekämpfen. Bei Jugendlichen mit depressiven Symptomen lag dieser Anteil bei über 30 Prozent. Mehr als jeder Vierte nutzt KI-Anwendungen mehrmals pro Woche. Ab dem Alter von 15 Jahren verwenden sie mehr als die Hälfte mindestens wöchentlich.

Besonders auffällig ist, dass sich bis zu etwa zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen an Chatbots wenden, um sich von negativen Gefühlen abzulenken, Einsamkeit zu lindern oder vertrauliche Dinge zu besprechen. Schaut man auf junge Menschen, die bereits eine depressive Symptomatik aufweisen, steigen die Zahlen deutlich an. Fast 33 Prozent von ihnen geben in der Studie an, einem Chatbot Dinge zu erzählen, die sie sonst niemandem oder nur engen Freunden anvertrauen würden. Ebenfalls 33 Prozent sind der Meinung, dass ein Chatbot sie besser verstehe als ein echter Mensch.

Dass KI-Chatbots im digitalen Alltag junger Menschen längst keine Nebenrolle mehr spielen, zeigen auch weitere Zahlen aus der Studie: Mehr als zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen vertraut den Aussagen des Chatbots mindestens manchmal. Über 40 Prozent vertrauen ihm oft oder sehr oft. Dabei sind Hilfe bei Hausaufgaben und Informationsbeschaffung die zentralen Nutzungsmotive. Über die Hälfte der Kinder nutzt die KI hingegen einfach aus Neugierde und zum Spaß.

In Deutschland haben weiterhin Millionen Kinder und Jugendliche Probleme durch einen hohen Medienkonsum: Hochgerechnet nutzen 1,5 Millionen junge Menschen soziale Medien problematisch. Das heißt, sie sind von einer Sucht bedroht oder bereits betroffen. In der Erhebungswelle 2025 nutzten 21,5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen Social Media riskant. Dies entspricht 1,1 Millionen Kindern. Im Vorjahr waren es 21,1 Prozent. Damit bleiben die Zahlen konstant hoch.

Einen Anstieg gibt es bei der pathologischen Nutzung: 2025 galten 6,6 Prozent der 10- bis 17-Jährigen als süchtig bzw. abhängig. Damit gibt es hochgerechnet rund 350.000 Kinder und Jugendliche mit einer pathologischen Nutzung. Dies entspricht einem Anstieg um 1,9 Prozent zum Vorjahr.

Seit 2022 wird in der Studie auch die Nutzung von Online-Videos untersucht. Hier zeigt sich ein deutlicher Anstieg: Jeder Fünfte nutzt Streamingdienste, Reels und Ähnliches auf eine riskante Weise. Das ist ein Anstieg von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vier Prozent der Kinder und Jugendlichen erfüllen hier die Suchtkriterien.

Neben den Kindern haben die Forscher auch das medienschutzbezogene Handeln der Eltern in den Blick genommen. 61,5 Prozent der Mütter und Väter sprechen mit ihren Kindern über deren Mediennutzung und ebenso viele (62,5 Prozent) geben vor, welche Inhalte ihr Kind nutzen darf. Anders verhält es sich bei Eltern von 10- bis 13-jährigen Kindern: In dieser Gruppe setzen rund 90 Prozent ihren Kindern Regeln zu Inhalten und Angeboten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Vorstellung einer Studie der DAK-Gesundheit am 24.03.2026

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • KI-Chatbots verstärken riskanten Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
  • Fast acht Prozent der Minderjährigen nutzen KI-Anwendungen gegen Einsamkeit, bei depressiven Jugendlichen über 30 Prozent.
  • 1,5 Millionen junge Menschen haben Probleme mit hohem Medienkonsum, 350.000 gelten als süchtig.

Warum ist das wichtig?

  • Steigende Nutzung von KI-Chatbots zur Bewältigung von Einsamkeit und negativen Gefühlen bei Jugendlichen.
  • Hohe Anzahl an Kindern mit problematischem Medienkonsum und Suchtgefahr.
  • Wachsende Aufmerksamkeit der Eltern für Mediennutzung ihrer Kinder.

Wer ist betroffen?

  • Kinder und Jugendliche in Deutschland
  • Jugendliche mit depressiven Symptomen
  • Eltern von 10- bis 13-jährigen Kindern

Zahlen/Fakten?

  • Fast 8 % der Minderjährigen nutzen KI-Anwendungen zur Bekämpfung von Einsamkeit.
  • Über 30 % der Jugendlichen mit depressiven Symptomen nutzen KI-Anwendungen.
  • 1,5 Millionen junge Menschen in Deutschland haben problematischen Medienkonsum.

Wie geht’s weiter?

  • Erhöhung der Sensibilisierung für die Auswirkungen von KI-Chatbots auf die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.
  • Entwicklung von Präventionsprogrammen, um den riskanten Medienkonsum zu reduzieren.
  • Förderung der elterlichen Medienkompetenz und Unterstützung im Umgang mit digitalen Inhalten.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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