Wirtschaft: Rentenbesteuerung in Wiesbaden
Wiesbaden () – Im Jahr 2025 haben in Deutschland 22,5 Millionen Personen Leistungen in Höhe von rund 423 Milliarden Euro aus gesetzlicher, privater oder betrieblicher Rente erhalten.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte, stieg die Zahl der Rentenempfänger im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent oder 168.000 Personen. Die Höhe der Rentenleistungen nahm im selben Zeitraum um 5,1 Prozent oder 20,7 Milliarden Euro zu. 72 Prozent dieser Leistungen zählten im Jahr 2025 zu den steuerpflichtigen Einkünften (304 Milliarden Euro). Seit 2015 stieg der durchschnittliche Besteuerungsanteil damit um 16,4 Prozentpunkte.
Die Ursache für den jährlichen Anstieg des Besteuerungsanteils ist die Neuregelung der Besteuerung von Alterseinkünften im Alterseinkünftegesetz von 2005. Kernelement der Neuregelung ist der Übergang von einer vorgelagerten zu einer nachgelagerten Besteuerung der Leistungen aus der gesetzlichen Basisversorgung. In der Übergangsphase wurden die Rentenbeiträge in der Ansparphase schrittweise steuerfrei gestellt und erst die Leistungen in der Auszahlungsphase steuerlich belastet.
Welcher Anteil der Renteneinkünfte steuerpflichtig ist, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns: Je später der Rentenbeginn, desto höher ist der besteuerte Anteil der Renteneinkünfte. Außerdem steigt der Besteuerungsanteil durch allgemeine Rentenerhöhungen, da diese komplett steuerpflichtig sind. Mit Inkrafttreten des Wachstumschancengesetzes vom 27. März 2024 wurde die zunächst bis 2040 vorgesehene Übergangsphase bis zum Jahr 2058 verlängert. Erst ab diesem Zeitpunkt sind neue gesetzliche Renten voll einkommensteuerpflichtig.
Bei vielen Rentnern liegt der steuerpflichtige Teil ihrer Renten nach relevanten Abzügen unterhalb des jährlichen Grundfreibetrags. Daher bleiben viele Rentenzahlungen steuerfrei, wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen. Wie viele Rentner für das Jahr 2025 Einkommensteuer zahlen, ist aufgrund der langen Fristen zur Steuerveranlagung noch nicht bekannt.
Aktuellste Informationen zur Rentenbesteuerung liegen für das Jahr 2022 vor. Demnach mussten rund 42 Prozent oder 9,34 Millionen der insgesamt 22,03 Millionen Rentenbeziehenden Einkommensteuer zahlen. Im Vergleich zu 2021 stieg der Anteil um 1,8 Prozentpunkte beziehungsweise 442.000 Personen.
Bei 80 Prozent der im Jahr 2022 steuerbelasteten Rentenempfänger – hierzu zählen auch hinterbliebene Eheleute und Kinder – lagen neben Renten noch andere Einkünfte wie Versorgungsbezüge, Arbeitseinkommen oder Mieteinnahmen vor. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren können das auch Einkünfte der Partnerin oder des Partners sein, die für die Besteuerung zusammengerechnet werden, so die Statistiker.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Älteres Paar (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- 2025 erhielten in Deutschland 22,5 Millionen Personen rund 423 Milliarden Euro Rentenleistungen
- Die Zahl der Rentenempfänger stieg um 0,8 Prozent auf 168.000 Personen, und die Rentenleistungen nahmen um 5,1 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro zu
- 2025 waren 72 Prozent der Rentenleistungen steuerpflichtig, und aufgrund der Neuregelung erhöhen sich die steuerpflichtigen Anteile bei späterem Rentenbeginn und durch Rentenerhöhungen
Warum ist das wichtig?
- Weil der steuerpflichtige Anteil von Renten nach Jahr des Rentenbeginns und durch Rentenerhöhungen steigt und gesetzlich bis 2058 geregelt ist
- Weil 2025 in Deutschland viele Rentenleistungen bezogen wurden und dadurch auch die Höhe der steuerrelevanten Einkünfte beeinflusst wird
- Weil ein großer Teil der Rentenempfänger (2022 rund 42 Prozent) Einkommensteuer zahlen muss, oft abhängig von weiteren Einkünften und dem Zusammenspiel bei Ehepaaren
Wer ist betroffen?
- 22,5 Millionen Personen, die im Jahr 2025 Leistungen aus gesetzlicher, privater oder betrieblicher Rente erhielten
- Rund 42 Prozent bzw. 9,34 Millionen der insgesamt 22,03 Millionen Rentenbeziehenden, die im Jahr 2022 Einkommensteuer zahlen mussten
- Rentenempfänger mit steuerbelasteten Renten (2022: 80 Prozent), bei denen neben Renten weitere Einkünfte vorlagen
Zahlen/Fakten?
- 2025 erhielten in Deutschland 22,5 Millionen Personen Rentenleistungen von rund 423 Milliarden Euro
- Zahl der Rentenempfänger stieg 2025 um 0,8 Prozent bzw. 168.000 Personen; Rentenleistungen um 5,1 Prozent bzw. 20,7 Milliarden Euro
- 2025 waren 72 Prozent der Rentenleistungen steuerpflichtig (304 Milliarden Euro); 2022 mussten rund 42 Prozent bzw. 9,34 Millionen von 22,03 Millionen Rentenbeziehenden Einkommensteuer zahlen
Wie geht’s weiter?
- Mit dem Alterseinkünftegesetz (Übergang zu nachgelagerter Besteuerung) steigt je später der Rentenbeginn der steuerpflichtige Anteil der Renten
- Durch das Wachstumschancengesetz wurde die Übergangsphase der Besteuerung bis 2058 verlängert; erst dann werden neue gesetzliche Renten voll einkommensteuerpflichtig
- Für 2025 bleibt vielen Rentnern nach Abzügen der steuerpflichtige Teil unter dem Grundfreibetrag, wie viel tatsächlich Einkommensteuer zahlt ist noch nicht bekannt
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